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Ausweitung der Komfortzone

Fendt 943 Vario MT traction breit
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Matthias Mumme, traction
am
07.11.2017

Die Baureihe 900 Vario MT ist die erste große Entwicklungszusammenarbeit von Challenger und Fendt. Wir durften bereits mit den neuen Raupentraktoren ackern.

Drittel-Mix

Fendt 943 Vario MT traction 2

Während Challenger die neuen Raupentraktoren in Nordamerika in gelber Lackierung verkauft, werden die Maschinen in Europa exklusiv über Fendt vertrieben. Bei der Technik kommen Know-How aus Deutschland, Finnland und den USA zusammen: Während das Chassis eine Weiterentwicklung des Challenger MT700E-Fahrwerks ist, kommt das stufenlos-leistungsverzweigte Getriebe aus Marktoberdorf  – während beim Motor wiederum auf den bekannten Siebenzylinder von AGCO Power aus Finnland zurückgriff.

Dabei gab es mehrere Anpassungen. Das Fahrwerk sitzt nun auf einem mit zwei Spiralfedern samt Stoßdämpfern gefederten Zentralträger, die Laufwerke sind 13 cm länger als bei den MT700E. Dazu können sich die drei Laufrollenpaare dank einer "Bogie-in-Bogie"-Aufhängung sehr gut Bodenunebenheiten anpassen, und das mehr oder weniger unabhängig voneinander. Ein Pendeln quer zur Fahrtrichtung ist jedoch nicht möglich.

Der Motor erhielt weiterhin ein Niedrigdrehzahlkonzept verpasst – in Anlehnung an die 1000 Vario-Standardtratoren. Das kommt dem Dieselverbrauch zu gute, denn der 9,8 l große Finne ist bei Drehzahlen über 1.900 Touren bekanntlich recht durstig. Nun beträgt die Nenn- und Maximalleistungsdrehzahl 1.700 U/min, wobei Fendt hier von einer Konstantleistung spricht. Maximale Leistung, maximales Drehmoment und der optimale Verbrauchskennfeld liegen dicht beieinander, sodass im Einsatz nur ein Drehzahlbereich von rund 200 bis 300 U/min benötigt wird.

Stufenlos von 20 m/h bis 40 km/h

Fendt 943 Vario MT traction 3

Das Getriebe stammt im Wesentlichen von den 1000 Vario-Großtraktoren, wurde aber angepasst – schließlich wird kein Allradantrieb benötigt, und das Lenken erfolgt über ein Überlagerungslenkgetriebe direkt an Hinterachse und Getriebe. Daher treiben die zwei Ölmotoren beide die Hinterachse an, wobei einer der Ölmotoren oberhalb von 20 km/h entkoppelt wird. Bei 40 km/h erfolgt die Kraftübertragung rein mechanisch. Die Funktionsweise der Leistungsverzweigung des TA300T ist weitestgehend identisch zum ML400.

Die minimale Fahrgeschwindigkeit beträgt 20 m/h, maximal dürfen die drei 900 Vario MT 40 km/h schnell fahren – dank der Fahrwerksfederung ist in Deutschland keine Limitierung auf 30 km/h notwendig. Für zusätzlichen Fahrkomfort sorgt übrigens die aufpreispflichtige mechanische Zweipunkt-Kabinenfederung. Besonders bei sehr unebenen Untergründen und hohen Fahrgeschwindigkeiten im Feld spürt man den Unterschied zu bisher gängigen Raupenfahrwerkskonzepten.

Den ausführlichen Fahrbericht mit allen Details und Lob sowie Kritik lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2017.

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