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Comeback auf Raten

traction Huntractor Breitbild
am Donnerstag, 02.05.2019 - 14:25

Das ungarische Unternehmen Huntractor haucht betagten Rába-Knicklenkern neues Leben ein. Wir durften zwei der generalüberholten Knicklenker fahren.

Solide Basis

traction Huntractor Schmuckbild_1

Der ungarische Maschinenbauer Rába produzierte ab 1973 Steiger-Knicklenker in Lizenz. Während man wie das Steiger-Original Cougar II ein altes Spicer-Schaltgetriebe nutzte, wählte man als Motor einen MAN-Lizenz-Sechszylinder aus. Diesen gab es mit 10,3 l Hubraum im Rába 245 und seinem Nachfolger Ràba 250, sowie mit 11,05 l Hubraum im selten gebauten Rába 300. Die Achsen stammten natürlich aus eigener Fertigung – sie wurden auch im Steiger Cougar II und weiteren nordamerikanischen Knicklenkern genutzt.

Nach mehr als 40 Jahren kommt aber auch die robusteste Technik an ihre Grenzen. Vor allem beim Schaltkomfort habert es – und ein neues Getriebe mit Automatikfunktionen arbeitet eben auch am besten mit einem neuen Motor zusammen. Daher tauschte man die alte Spicer-Schaltbox gegen ein modernes Allison 4500-Automatikgetriebe mit Wandler, und den MAN-Motor gegen einen 8,9 l großen Cummins QSL9-Sechszylinder mit Tier 3-Abgasreinigung. Arbeitshydraulik und Lenkung werden ebenso erneuert, wobei Kunden zwischen mechanischen und elektrohydraulischen Steuergeräten wählen können. Zu guter Letzt wird auch das Kabineninnere etwas modernisiert – neben einer neuen, digitalen Instrumententafel und einem neuen Fahrersitz gibt es eine bessere Geräuschdämmung und eine Klimaanlage.

Große Pläne

traction Huntractor Schmuckbild 2

Ein so generalüberholter Rába kostet zwischen 90.000 und 120.000 Euro. Das ist nicht viel, und kommt vor allem kapitalschwachen Familien- und Großbetrieben entgegen. Für einfache Arbeiten, wie das Ziehen von Bodenbearbeitungsgeräten, ist die Technik ausreichend. Allerdings will Huntractor die Gangauswahl im Feld noch verbessern, indem ein passendes Verteilergetriebe eingebaut wird. Dann könnte man alle potenziell verfügbaren 6 Vorwärtsgänge nutzen, während der höchste Gang aktuell aus Sicherheitsgründen gesperrt ist. Etwas umständlich ist der Fahrrichtungswechsel (es gibt nur einen Rückwärtsgang), da der Schlepper dazu komplett stillstehen muss. Und da die Schaltautomatik manchmal etwas zu flott hochschaltet, muss der Fahrer hin und wieder kurz in den manuellen Modus wechseln um das Getriebe etwas zu zügeln.

Huntractor will sich jedoch nicht mit dem Überholen alter Rába-Traktoren, von denen noch etwa 1.600 fahrtüchtig sein sollen, begnügen. Die Gesellschafter, darunter zwei Landwirte, arbeiten auch an neuen Konzepten und möchten zukünftig auch gerne komplett neue Großtraktoren entwickeln. Ob das klappt – erfahren Sie in der traction. Wir halten Sie auf dem Laufenden!

Den ausführlichen Fahrbericht mit weiteren Daten, Fahreindrücken und vielen Hintergrundinformationen lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2019.

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