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Technik

Drehzahl runter – einfach so?

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am Donnerstag, 07.11.2019 - 14:30

Niedrigdrehzahl-Motorkonzepte ermöglichen es, mehr Hubraum und entsprechend mehr Drehmoment mit günstigem Verbrauch zu kombinieren.

Mehr Hubraum, mehr Drehmoment, weniger Verbrauch

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Jahrelang erzwangen die Abgasnormen vielerorts ein Motoren-Downsizing. Hinsichtlich Leistungsentfaltung und Dauerhaltbarkeit war das hier und da problematisch. Dank Niedrigdrehzahl-Motorkonzepten ist es dagegen möglich, die strengen Abgasnormen einzuhalten und dennoch drehmomentstarke, haltbare Motoren zu bauen – und zwar durch einen größeren Hubraum.

Schon die Claas Xerion-Generation mit Mercedes-Benz-Motoren (ab 2013/2014) arbeitete mit einer stark reduzierten Nenn- und Arbeitsdrehzahl. Erstmals als reinrassigen Niedrigdrehzahl-Motor titulierten Fendt und MAN jedoch den D2676 in der 1000 Vario-Baureihe, der mit nur 1.700 U/min Nenndrehzahl arbeitet. Seine enormen Drehmomentreserven zieht der Sechszylinder aus 12,4 l Hubraum – das sind immerhin 4,6 l mehr als in der 2019 abgelösten 5. Generation 900 Vario. Die Verbrauchsmesswerte der 1000 Vario im DLG Testzentrum zeigen, dass das deutlich höhere Drehmoment nicht durch mehr Dieseldurst erkauft wird – und das trotz teils deutlich höherem Gewicht der Traktoren im DLG PowerMix.

Trend setzt sich durch

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Auf eine reduzierte Motordrehzahl setzen auch die 2017 eingeführten 900 Vario MT-Raupen, die mit einem Siebenzylinder von AGCO Power arbeiten. Der Dieselverbrauch der Motoren der Vorgängerserie lag im Nebraska Test bei höheren Drehzahlen deutlich über dem Wettbewerbsfeld, weshalb eine Drehzahlabsenkung nun Verbrauchsvorteile bringt. Hauptgrund der Drehzahlabsenkung war jedoch die Anpassung der Anschlussdrehzahl an das Vario-Getriebe der 1000 Vario-Traktoren, das eben auf 1.700 U/min maximale Anschlussdrehzahl ausgelegt ist. Das Niedrigdrehzahlkonzept übernahm Fendt nun auch für die 6. Generation 900 Vario mit MAN D1556-Sechszylinder von MAN. Mit MAN sprachen wir auch über die Herausforderungen bei der technischen Umsetzung von Niedrigdrezhal-Motorkonzepten. Denn mit einer einfachen Drehzahlabsenkung ist es nicht getan...

Übrigens: Auch Feldhäcksler setzen seit einigen Jahren auf Niedrigdrehzahl-Motorkonzepte. So arbeitet der Fendt Katana im Eco-Modus (Graseinsatz) beispielsweise mit nur 1.600 U/min, und die Serie 9000 von John Deere ist konsequent auf eine Arbeitsdrehzahl von rund 1.500 U/min ausgelegt (Liebherr V12 mit 24,2 l Hubraum).

Den ausführlichen Beitrag mit Verbrauchsangaben und Interview mit der MAN-Motorenentwicklung lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2019.