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Arbeitsprobe

Druckvoller Schnitt

traction Horsch Joker Roller Knife Breitbild
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Matthias Mumme, traction
am
12.03.2018

Horsch setzt als einziger Hersteller auf eine geschlossene Messerwalze vor der Joker RT-Kurzscheibenegge. Beim Einsatz auf Raps- und Maisstoppel haben wir die Vor- und Nachteile erfahren.

Für Joker RT verfügbar

traction Horsch Joker Roller Knife Schmuck 1

Messerwalzen als Vorwerkzeuge von Kurzscheibeneggen liegen im Trend. Auf Väderstad folgten Horsch und Bednar als Hersteller – der Anteil der verkauften Geräte mit vorlaufenden Messern liegt je nach Region teilweise bei 40 bis 50 Prozent. Die Haupt-Anwendungsgebiete liegen bei der Stoppelbearbeitung nach Raps und nach Silo- sowie Körnermais. Dazu kommen weitere Aufgaben, die das Umbrechen von grünen oder abgestorbenen Zwischenfruchtbeständen, die Bearbeitung von Sonnenblumenstoppeln und einiges mehr. Wir haben die Horsch Joker 6 RT eine Kampagne lang im Praxiseinsatz auf einem schweren Standort mit teils sehr hohem Steinbesatz begleitet.

Geschlossene Bauweise

traction Horsch Joker Roller Knife Schmuckbild 2

Horsch setzt als einziger Hersteller auf eine geschlossene Messerwalze als Vorwerkzeug. Diese hat den Vorteil, organische Rückstände intensiver zu zerkleinern. Dies belegte auch ein Vergleich des Fachzentrums Pflanzenbau am Amt für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten am Standort Triesdorf, wo eine Joker RT mit Messerwalze gegenüber anderen Messerwalzen-Kombinationen eine signifikant bessere Zerkleinerung von Ernterückständen (in dem Fall Körnermaisstoppeln) erzielte. Im trockenen Jahr 2016 mit sehr hohem Schneidwiderstand des Bodens kam die Horsch-Kombi beim Anteil intakter Stängel mit mehr als 5 cm Länge sogar auf das Niveau von Schlegelmulchern. Zudem werden lange Stängelteile wirkungsvoller umgeknickt. Insgesamt ist so eine gute Bekämpfung von Zünslerlarven möglich, da nach der Bearbeitung kaum Überwinterungsmöglichkeiten in Stängelresten auf der Bodenoberfläche verbleiben.

Ein weiterer Vorteil der geschlossenen Bauweise sind die bessere Widerstandsfähigkeit gegenüber Steinen, die auf unserem Teststandort eine tragende Rolle spielt. Denn nach Erfahrung viele Praktiker können offene Messerwalze dort leichter verbiegen. Weiterhin kann mit höherem Druck auf den Messern gearbeitet werden, der bei Horsch bis zu 100 bar beträgt.

Nachteilig an der geschlossenen Bauweise: Die Messerwalze setzt sich schneller mit feuchter Erde zu. Allerdings kann so noch weitergearbeitet werden, da der Schneiddruck hoch bleibt und der gröbste Schmutz durch die Fliehkraft ausgeworfen wird. Dafür sind Arbeitsgeschwindigkeiten zwischen 15 und 20 km/h anzustreben.

Die vollständige Arbeitsprobe mit der abschließenden Beurteilung, detaillierten Messwerten, Praktikermeinung und Preisen lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2018.

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