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traction-Tests

Das Duell: vier gegen sechs

Externer Autor
am
01.07.2014

Der Trend zum Downsizing bei Motoren hält bedingt durch die Abgasvorschriften immer noch an. Doch bei der Wahl „Vierzylinder oder Sechszylinder“ geht es um mehr als nur den Motor. Wir haben den 516 Vario und den 716 Vario von Fendt mit jeweils rund 110 kW/150 PS getestet.

Der Trend zum Downsizing bei Motoren hält bedingt durch die Abgasvorschriften immer noch an. Doch bei der Wahl „Vierzylinder oder Sechszylinder“ geht es um mehr als nur den Motor. Wir haben den 516 Vario und den 716 Vario von Fendt mit jeweils rund 110 kW/150 PS getestet.
Zunächst kurz zu den Daten auf dem Papier: Im 516 Vario arbeitet ein 4,0-l-Deutz-Triebwerk mit vier Zylindern, Common-Rail und Turbo, im 716 Vario ein ebenfalls von Deutz bezogenes turboaufgeladenes 6,1-l-Aggregat – allerdings mit zwei Zylindern mehr. Ihre Nennleistung von 110 kW/150 PS (516 Vario) beziehungsweise 108 kW/148 PS (716 Vario) erreichen beide Motoren bei 2.100 Touren (Angaben nach 
ECE R24).
 
Wir haben an der Zapfwellenbremse nachgemessen und sind zu einem ersten Zwischenfazit gekommen: Der Vierzylinder ist dem gestandenen Sechszylinder (mit immerhin 
50 Prozent mehr Hubraum) in Sachen Leistung absolut ebenbürtig. Durchsetzen kann sich der Sechsender nur oberhalb der Nenndrehzahl und im untertourigen Bereich. Einen wichtigen Unterschied sollte man dabei aber nicht vergessen: Der Dieseltank des 516 Vario fasst rund 100 l weniger als der des 716 Vario. Bei langen Volllast-Arbeitstagen wird es da schon mal eng, während der Sechszylinder auch beim Pflügen gut über den Tag kommen dürfte. Wir haben mit beiden Traktoren ausgiebig in der landwirtschaftlichen Praxis gearbeitet. Bei allen Arbeiten konnte der 516 Vario mit seinem großen Bruder mithalten, und machte sogar bei der Saatbettbereitung  vor dem Kompaktor eine gute Figur, was Zugkraft und Standsicherheit mit ausgehobenem Gerät anbelangt. Beeindruckt waren wir auch von der Spritzigkeit des 4-l-Aggregats. Bei häufigen Wendemanövern merkt man beim Vierender jedoch die Anfahrschwäche an, die man vom Sechsender nicht so kennt. Das war bei Frontladerarbeiten der Fall, aber auch bei der Saatbettbereitung und beim Anfahren mit beladenem Tandemkipper im Silagetransport. Die Arbeitsleistung wurde aber nicht beeinträchtigt, da die neue TMS-Regelung die Anfahrschwäche fast kompensiert. Gewöhnungsbedürftig ist auch die andere Geräuschkulisse des Vierzylinders, von der man dank der guten Geräuschdämmung innerhalb der Kabine jedoch kaum etwas merkt. mu

Den vollständigen Vergleichstest mit allen Details und der abschließenden Einschätzung lesen Sie in der Juli/August-Ausgabe 2014 der traction.
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