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Gebraucht

Mit Ecken und Kanten

Externer Autor
am
02.07.2014

Die AgroStar 6.71 und 6.81 von Deutz-Fahr waren technisch gesehen ein ziemlicher Schnellschuss. Zuschlagen sollte man auch bei Schnäppchen mit wenig Stunden nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Die AgroStar 6.71 und 6.81 von Deutz-Fahr waren technisch gesehen ein ziemlicher Schnellschuss. Zuschlagen sollte man auch bei Schnäppchen mit wenig Stunden nur unter bestimmten Voraussetzungen.

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Im Herbst 1992 stellte Deutz-Fahr mit den AgroStar 6.71 und 6.81 seine neuen Hochleistungsmodelle vor. Sie waren quasi Kinder der deutsch-deutschen Wiedervereinigung: Leistungsstarke Modelle für ostdeutsche Großbetriebe waren zum Zeitpunkt der Wende bei Deutz-Fahr nicht im Programm. Die Spitzenmodelle der AgroStar-Serie waren daher eine Notlösung. Same steuerte das Getriebe, die Vorderachse sowie die Hydraulik bei. Deutz-Fahr lieferte die Kabine und die Karosserie. Ein entsprechend starker Motor fand sich bei der damaligen Deutz-Tochter MWM (heute Caterpillar).
Der Sechszylinder der Baureihe TB 226 B6 erzeugt im 6.71 160 Turbo-PS aus 6,2 l Hubraum. Der BL6 kam auf 7 l, die dem 6.81 zu 185 PS verhalfen. Die Pferdestärken können beide Schlepper auch gut umsetzen, müssen aber auf mindestens 1.900 U/min gehalten werden. Sobald der Drehzahlmesser weniger anzeigt, hilft unter stärkerer Belastung nur runterschalten. Eine gute Figur macht der 6.81 aus dem Stand: Ein Anfahrdrehmoment von 133 Prozent bei 1.000 U/min bezogen auf das Drehmoment bei Nenndrehzahl sorgt für einen satten Start auf Acker und Straße. Der Verbrauch hält sich dabei in Grenzen: 1994 testete die DLG den 6.81 mit 250 g/kWh bei 2.350 U/min Nenndrehzahl.

Da sich Getriebe und Hydraulik 105 l Ölhaushalt teilen müssen, wird der Betriebsstoff gerne etwas wärmer. Lecks am Getriebe sind nicht selten. Da der entsprechende Nachfüllstutzen nur schwer zu erreichen ist, gestaltet sich das Prüfen des Ölstands etwas kompliziert. Wahrscheinlich sind die vermehrt berichteten Getriebeprobleme auch auf mangelnde – weil erschwerte – Wartung zurückzuführen. Aber auch ungewolltes Herunterschalten der Getriebeelektronik um mehrere Gänge werden als Ursache genannt. von Tobias Meyer
 
Den vollständigen Gebrauchtbericht zum AgroStar lesen Sie in traction Ausgabe Juli/August.
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