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Elektrische Antriebe: Neue Stufe erreicht?

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Lena Kampschulte, traction
am
05.07.2018

Elektrische Antriebe sind schon seit Jahren Thema in der Landtechnik. Wir haben uns den aktuellen Stand der Technik sowie die Trends angeschaut.

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Der Diesel ist momentan in aller Munde – und das leider nicht im positiven Sinne. Elektrische Antriebe werden ein Teil der Lösung sein, auch wenn viele Fragen hinsichtlich Stromerzeugung, Verlusten, Lebensdauer und Herstellung noch nicht ausreichend geklärt sind. Dennoch: Auch in der Landtechnik-Branche ist die Elektrifizierung auf dem Vormarsch. Neben der Emissionsvermeidung  beim Fahren (diese entstehen am Ort der Energiegewinnung), vorteilhaft insbesondere in Ställen und Hofanlagen, steht dabei vor allem eine verbesserte Regelbarkeit im Fokus.

Schaut man sich den Markt für serienreife, elektrische Fahrzeug für die Landwirtschaft an, wird man hauptsächlich Maschinen für die Innenwirtschaft finden. Eine Sonderstellung hat dabei Fendt. Vorreiter in dem Segment sind die Hersteller von Hofladern, Radladern und Teleskopladern. Spezielle Einsatzgebiete der Lader sehen die Hersteller in und um Stallungen sowie für sämtliche Einsätze innerhalb der Hofstelle. Werden die Hoflader hauptsächlich für die alltäglichen Arbeiten während den Stallzeiten verwendet, bleibt genügend Zeit die Akkus zu laden. Wo liegen jetzt ihre Vorteile? Durch den vollelektrischen Antrieb fahren die Fahrzeuge komplett emissionsfrei, was der Gesundheit der Tiere und natürlich des Menschen zugute kommt. Das merkt man besonders stark, wenn eine dieselbetriebene Maschine in niedrigen Stallungen älterer Gebäude läuft. Ein weiterer Vorteil in tierhaltenden Betrieben ist das Geräuschniveau der elektrischen Fahrzeuge. Die Geräuschemission kann durch den Elektroantrieb auf ein Minimum reduziert werden. Das sorgt für geringere Stressoren für sämtliche in der Landwirtschaft gehaltenen Tiere, vor allem Pferde, Schweine und Puten. Dabei besitzen die Lader die standardmäßige Aufnahme, wodurch die vorhandenen Anbaugeräte weiter genutzt werden können.

Serienreifer Kompakt-Traktor

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Wie bereits angedeutet, sticht Fendt mit seinem e100 Vario aus dieser Übersicht heraus. Der e100 wurde im September 2017 erstmalig vorgestellt und ist ein praxisgerechter, batterieelektrischer Traktor. Das Besondere: Bei üblicher Nutzung soll der Akku einen Arbeitstag ohne Nachladen überstehen. Der Fendt e100 ist deshalb und auf Grund seiner kompakten Größe vor allem bei Städten und Gemeinden gefragt.
Der e100 Vario verfügt über eine Antriebsleistung von 50 kW. Damit sind unter realen Einsatzbedingungen bis zu fünf Betriebsstunden drin. Die Energie liefert eine 650 V Lithium-Ionen-Hochleistungsbatterie mit einer Kapazität von etwa 100 kWh. Für die Aufladung wird entweder eine genormte CEE-Steckdose oder eine Supercharging-Option mit Gleichspannung genutzt. Mithilfe des genormten CCS-Typ-2-Steckers ist es möglich, die Batterie innerhalb von 40 Minuten zu 80 Prozent aufzuladen. Ein Elektromotor sorgt während des Betriebs zudem für eine Energie-Rückgewinnung.
Der Elektro-Fendt lässt sich mit konventionellen und elektrifizierten Anbaugeräten nutzen. Dafür ist er mit zwei AEF-konformen Leistungsschnittstellen ausgestattet. Zudem gibt es einen Standard-Zapfwellenanschluss und eine Hydraulikversorgung. Vorhandene Arbeitsgeräte können so ohne Einschränkung genutzt werden. Die Regelung soll dank des elektrischen Fahrantriebs besonders präzise und dynamisch sein.

Sie wollen mehr über elektrische Antriebe erfahren? In der aktuellen traction finden Sie einen ausführlichen Artikel mit Infos über Anbieter, Vor- und Nachteile sowie spezielle Sonderbauten.

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