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Systemvergleich

Entscheidung am Hang

Aufmacher JohnDeere
© Matthias Mumme
Matthias Mumme, traction ,
am
08.05.2018

John Deere bietet im oberen Leistungsbereich drei Fahrwerkskonzepte bei Traktoren an. Alle haben ihre Berechtigung – manchmal sind Raupen jedoch alternativlos.

Viel Theorie ...

traction JohnDeere_Konzeptvergleich_1
© Mumme, traction

Dass Raupenfahrwerke unter vielen EInsatzbedingungen mehr Zugkraft auf den Boden bringen, ist nichts neues. Doch für oder gegen diese Fahrwerksform sprechen weit mehr Argumente, die Entscheidung ist also nicht immer einfach. Unter dem Aspekt Einsatzeffizienz müssen einerseits natürlich die geringeren Schlupfwerte berücksichtigt werden, andererseits aber auch der höhere Rollwiderstand. Dabei kommen Differential-Laufwerke schneller an ihre Einsatzgrenzen als Tangential-Laufwerke, sowohl was das Arbeiten auf nassen, bindigen Böden (Stichwort Selbstreinigung) wie auch das Arbeiten quer zum Hang und die Möglichkeit von Differentialsperren anbelangt.

Auch bei der Bodenschonung spielen viele Aspekte eine Rolle. Dazu gehören die Aufstandsfläche und der durchschnittliche Kontaktflächendruck, aber auch die Druckverteilung unter Last. Radfahrwerke haben, sofern keine Zwillings- oder Drillingsräder benutzt werden, geringene Aufstandsflächen und damit deutlich höhere Kontaktflächendrücke. Raupenfahrwerke sind bodenschonender, wobei sich die Last bei differentialgelenkten Raupen ungleichmäßiger verteilt und unter der Antriebsachse eine starke Druckspitze aufweisen, während die Druckverteilung bei Tangentiallaufwerken gleichmäßiger ist. Nicht vergessen darf man bei der Bodenschonung aber den Aspekt Schlupf – denn auch dieser schädigt unter feuchten bis nassen Einsatzbedingungen den Oberboden. Hier sind Radlaufwerke im Nachteil.

... und Praxis

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© Mumme, traction

In unserem Konzeptvergleich haben wir die Rad- und Bandschlupfwerte in der Ebene und am Hang ermittelt. Dafür standen uns ein 9R-Knicklenker, eine 9RT-Raupe und ein 9RX-Raupenknicklenker zur Verfügung. Angehängt war ein schwerer Bednar Terraland DO-Tiefenlockerer, mit dem man bei entsprechenden Arbeitstiefen jeden Traktor "gebremst" bekommt. Wie erwartet waren die Schlupfwerte beim 9R am höchsten, obwohl er Zwillingsräder aufgezogen hatte. Der 9RT und der 9RX blieben dagegen permanent im einstelligen Schlupfbereich, wobei der 9RX noch etwas besser performte als der 9RT. In der Ebene war quasi kein Bandschlupf vorhanden, und selbst hangaufwärts stieg der Wert nie über 4 Prozent. Das zeigt, weshalb in bergigen Regionen für schwere Zugarbeiten oft nur Raupentraktoren zum Einsatz kommen: Sie sind dort schlichtweg alternativlos, da Radtraktoren bergauf mit zu hohen Schlupfwerten fahren oder sich im Extremfall "eingraben" und nicht mehr vom Fleck kommen.

Den ausführlichen Konzeptvergleich mit allen Werten lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2018.

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