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Einzelkornsämaschinen

Formel 1 der Sämaschinen

Horsch Einzelkornsämaschine im Einsatz
am Mittwoch, 09.06.2021 - 09:32

Highspeed-Einzelkornsämaschinen sind in aller Munde. Doch die Maschinen eignen sich nicht für jeden Betrieb.

Mehr Flächenleistung in weniger Zeit. Das ist wohl das Ziel der meisten Einzelkornsämaschinen und deren Hersteller. Und auch bei den Kunden stößt Zeitersparnis mit Sicherheit auf Wohlgefallen, denn Zeit ist Geld. Dabei sind größere Maschinen mit mehr Arbeitsbreite nicht unbedingt das erste Mittel der Wahl. Je größer die Geräte sind, desto schwieriger klappt es sich auf Straßentransportbreite. 

Viele Unternehmen setzen stattdessen auf High-Speed-Sämaschinen, wobei Arbeitsgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h möglich sind. Als Vereinzelung kommen hierfür pneumatische Verfahren zum Einsatz. 

Mechanische Verfahren an ihren Grenzen

Säherz der Pöttinger Aerosem

Mit einer mechanischen Vereinzelung sind derartige Arbeitsgeschwindigkeiten nicht umsetzbar. Die maximale Geschwindigkeit liegt hier bei etwa 8-10 km/h. Solche Systeme sind meist recht simpel gebaut und eignen sich hauptsächlich für Mais- und Rübensaatgut. Maschinen mit einer mechanischen Vereinzelung kommen beispielsweise von Grimme, Schmotzer oder Sfoggia. 

Pöttinger vereinzelt ebenfalls mechanisch. Bei der Aerosem ist jedoch die Einzelkornsätechnik in eine pneumatische Drillmaschine integriert.

Mechanische Kornvereinzelungsverfahren sind stark rückläufig, da man für Einstellungen und Korrekturen jedes Mal vom Traktor steigen muss.

Pneumatik auf dem Vormarsch

Überwiegend verwenden die Hersteller deswegen pneumatische Verfahren. Hier unterscheidet man zwischen Über- und Unterdruckverfahren.

Bei der Vereinzelung mittels Vakuum saugt der Unterdruck die Körner im Säherz an die Lochscheiben. Durch eine Unterbrechung des Drucks löst sich das Saatgut und fällt in das Fallrohr. Auf Unterdruck setzen Unternehmen wie Monosem, MaterMacc, Kuhn oder John Deere.

Mit Überdruck zur Maximalgeschwindigkeit

Bei Vereinzelung mittels Überdruck sind höhere Arbeitsgeschwindigkeiten möglich. So findet man bei den meisten High-Speed-Einzelkornsämaschinen dieses Verfahren. Im Vergleich zu Vakuumverfahren presst ein Überdruck das Saatgut an die Lochscheibe. Überflüssige Körner entfernt der Abstreifer. Anschließend schießen die Körner durch das Fallrohr. Fangrollen vermeiden ein Verrollen des Saatguts.

Per Überdruck arbeiten u.a. die Anbieter Amazone, Horsch, Lemken und Väderstad. Mit deren High-Speed Maschinen sind Geschwindigkeiten von 15 bis 18 km/h möglich. Waren diese Maschinen vor einigen Jahren noch eine Besonderheit gehören sie heute zum Standard. 

Den vollständigen Artikel rund um Einzelkornsämaschinen lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2021.

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