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Trends & Wissen

Gegen Eis und Schnee

Externer Autor
am
06.11.2015

Landwirte und Lohnunternehmer können mit Winterdienst Technik auslasten und Zusatzeinkommen generieren. Aber es ist nicht jedermanns Sache. Das Angebot an Schneepflügen und Winterdienststreuern ist groß.

Landwirte und Lohnunternehmer haben mit Traktoren und Radladern die Basismaschinen für den Winterdienst auf dem Hof und im Winter sind diese oft nicht ausgelastet. So mancher hat deshalb schon darüber nachgedacht, die Maschinen in der kalten Jahreszeit einzusetzen. Für einen Test über ein oder zwei Jahre kann gebrauchte Winterdiensttechnik beim Händler oder auf den einschlägigen Internetportalen erworben werden. Vorher gilt es sich über die richtige Technik zu informieren - ob Schneepflugf, Fräse oder Streuer.
 
Für einen gängigen Schneepflug mit 3 m Arbeitsbreite sollte mindestens ein 120 PS Traktor eingesetzt werden. Für die Anschaffung dieses Pfluges ist mit Kosten zwischen 6.000 und 9.000 Euro zu rechnen. Ein großer Unterschied in der Technik ist der Anbau: In der Landwirtschaf ist der Dreipunkt üblich, in der Kommunaltechnik die Anbauplatte. Der nächste Unterschied ist die Bauweise. Während kleinere Schneepflüge meist zur Seite räumen, werden zunehmend größere Pflüge in Variobauweise angeboten, die in der Mitte geteilt sind und so in V-Form nach beiden Seiten räumen. Um Schnee zusammen zu schieben oder vor Einfahrten zu beseitigen eignet sich die Y-Form, bei der die äußeren Enden nach vorne geklappt werden. Dafür sind zwei doppelt wirkende Steuerzylinder notwendig.

Fräsen und Streuer

Der Einsatz von Schneefräsen ist deutlich teurer, deshalb werden sie nur dort eingesetzt, wo öfter mehr als 30 cm Schneehöhe zu räumen sind oder wo der Schnee nicht einfach vom Pflug an die Straßenseite gedrückt werden kann, weil dort Begrenzungen sind oder dort der Schnee schon höher liegt. Die Fräshaspeln werden so angeordnet, dass mit einer Vorschub-Geschwindigkeit bis zu 1,5 km/h gearbeitet werden kann. Das ist deutlich weniger als mit Schneepflügen, mit denen technisch Geschwindigkeiten bis über 40 km/h möglich sind. Ein grober Richtwert für die Leistung der Antriebsmaschine: PS-Zahl mit 8 multipliziert ergibt etwa den Durchsatz in Tonnen je Stunde. Ein 85-PS-Traktor kann also eine Schneefräse antreiben, die rund 680 t/h Schnee fördert.
 
Streuer für trockenes Gut können für Split oder Salz genutzt werden. Es gibt auch Zweikammerstreuer, mit denen das Streugut je nach Anforderung des Auftraggebers gewechselt werden kann. Vor allem bei kleineren Traktoren und wenn gleichzeitig vorne ein Schneepflug angebaut ist, sollte darauf geachtet werden, dass die Vorderräder nicht zu sehr entlastet werden, was die Lenkfähigkeit verringert. Eine elektronische fahrgeschwindigkeitsabhängige Regelung der Ausbringmenge kostet zwar zusätzlich, spart aber Streugut. Einfache Streuer für Kleintraktoren sind ab 1.500 Euro im Angebot. Standard-Winterdienststreuer mit computergesteuerter Mengenregulierung, Abdeckplane und Beleuchtung sind ab 7.500 Euro erhältlich.

Mehr über Winterdienst-Technik, den Trend zur Sole, Maschinenversicherung und alle aktuellen Modelle im Überblick lesen Sie in der traction-Ausgabe November/Dezember 2015.
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