Login
Trends & Wissen

Geschüttelt oder gerührt

Externer Autor
am
15.07.2014

Die „eierlegende Wollmilchsau“ bei Mähdreschern wurde bis heute noch nicht erfunden. Wo genau die unterschiedlichen Druschsysteme ihre Vor- und Nachteile haben, erfahren Sie in einem Beitrag in traction Juli/August.

Das Dreschen ist der Kernprozess bei der Getreideernte. Die Drusch- und Abscheideleistung wird dabei von vielen Parametern bestimmt: Dazu gehören die Zufuhrgeschwindigkeit des Ernteguts, Umfangsgeschwindigkeit, Schlagleistenanzahl, Zentrifugalkraft und Zentripetalkraft sowie die geometrischen Abmessungen des Druschorgans.
 
All diese Parameter sollen zu den Zielen führen, dass die Ernte ohne Verluste und Beschädigung eingefahren wird, dass auch unter schwierigen Erntebedingungen gute Durchsatzleistungen erzielt werden und dass sich das Verfahren für viele Druschfrüchte eignet. Um diese Ziele zu erreichen gibt es prinzipiell zwei verschiedene Bauarten von Dreschwerken: den Gutfluss nach dem tangentialen Prinzip und den Gutfluss nach dem axialen Prinzip.
 
Das tangentiale Prinzip besteht in seiner einfachsten Form aus einer Dreschtrommel und einer Strohleittrommel, die das Erntegut auf die nachfolgenden Schüttler zur Restkornabscheidung verteilt. Das tangentiale Dreschwerk kann durch eine Beschleunigungstrommel vor der eigentlichen Dreschtrommel oder durch einen Zentrifugalabscheider nach der Dreschtrommel erweitert werden. Weitere Bauarten setzen zwischen Dresch- und Abscheidetrommel eine Wendetrommel mit entgegengesetztem Drehsinn ein. Der Vorteil: die Abscheidefläche ist durch die geänderte Materialführung größer. Anschließend kommt bei allen genannten Systemen eine Schüttlereinheit. Je nach Leistungsfähigkeit der Maschine verfügt diese über verschieden viele Schüttler und Fallstufen. Kommt ein Zentrifugalabscheider zum Einsatz, kann die Anzahl von Schüttlern reduziert oder sogar ganz darauf verzichtet werden. Das verringert die Körnerverluste. Anstelle der tangentialen Abscheidung können auch einer oder mehrere axiale Abscheiderotoren verwendet werden. Eine entscheidende Aufgabe kommt dabei der Wendetrommel zu: Sie muss eine gleichmäßige Aufteilung des Gutstroms sicherstellen. Die allgemeinen Vorteile axialer Drusch- und Abscheideeinrichtungen sind gegenüber tangentialen Bauarten das bessere Verlustverhalten bei hohen Durchsatzraten, die Zusammenfassung aller Drusch- und Abscheideeinrichtungen in nur einem Bauteil in kurzer und kompakter Bauart sowie der schonende Ausdrusch. Aber es gibt auch Nachteile: Der Treibstoffbedarf ist höher und der Einsatz in feuchtem Langstroh schwierig. von Markus Heckmann

Den vollständigen Bericht mit den Details zu Bauarten sowie ihren Vor- und Nachteilen lesen Sie in der Ausgabe Juli/August 2014 der traction.
Auch interessant