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traction-Tests

Grenzgänger

Externer Autor
am
08.08.2014

Auf der Agritechnica 2013 präsentierte Kerner den Stratos, der weder eine reine Saatbettkombination, noch ein Grubber oder eine klassische Grubber-Scheibeneggen-Kombination ist. Was genau hinter dem Konzept steht und wo die Einsatzgrenzen liegen, haben wir im Praxiseinsatz erforscht.

{BILD:615211:jpg}Der Stratos soll es in den drei Arbeitsbreiten 4,80, 6,00 und 7,20 m geben. Die Arbeitsgebiete der neuen Gerätekombination sind dabei genau so weitreichend wie speziell. Denn der Stratos soll die flache Stoppelbearbeitung und die mechanische Unkrautbekämpfung genauso beherrschen wie die Saatbettbereitung nach Grubber oder Pflug. Wir konnten uns einen ersten Eindruck auf Raps- und Dinkelstoppel verschaffen.
 
Die Tiefenführung der Werkzeuge des Stratos erfolgt nicht wie gewohnt über die Walze. Vielmehr sind die für die drei Arbeiten Schneiden, Mischen und Krümeln zuständigen Werkzeugsektionen einzeln hydraulisch in der Höhe verstellbar. Ausnahmsweise fangen wir daher bei der Erklärung des Geräts mal nicht vorn, sondern in der Gerätemitte an. Denn in allen Ausstattungslinien ist das Grubbersegment als Basis für die Hauptarbeit verbaut. Es lässt sich hydraulisch in der Arbeitstiefe verstellen, sodass der Fahrer auch während der Fahrt auf unterschiedliche Bedingungen reagieren kann. Mit 60 cm Balkenhöhe ist das Segment relativ flach gebaut, so dass Arbeitstiefen von maximal 15 cm möglich sind. Mit einem Strichabstand von 15 cm und nur 
1,80 m Länge des Zinkenfelds wird klar, dass das Einarbeiten hoher Mengen organischer Rückstände nicht die Königsdisziplin des Stratos ist.
 
Wir haben den Stratos 480 auf Rapsstoppel und ungeräumter Dinkelstoppel eingesetzt. Die Arbeitsbedingungen waren durch Niederschlag an den Vorabenden nicht optimal. Zudem war die Rapsstoppel, wie vielerorts in diesem Jahr, vor allem in den Senken ungewöhnlich grün und zäh. Nach kurzer Einstellarbeit konnten wir auf Raps weitestgehend gut arbeiten. Wichtig bei viel organischer Masse: Die Nivellatoren müssen hochgestellt werden, da sie sonst schnell ein Stroh-Erd-Gemisch zusammenziehen.Die Krümelung und auch die Einmischung war bei etwa 8 bis 10 cm Arbeitstiefe sehr gut, wobei man je nach Bodenzustand bei der Stoppelbearbeitung schon 12 bis 14 km/h fahren sollte. Allerdings hätten wir bei den Scheiben hier und da noch mehr Schneidwirkung erwartet, was durch die Schneidringwalze hier und da durch ihre Nachzerkleinerungswirkung kompensiert werden konnte. Für die Zukunft würden wir uns dennoch gerade für den Einsatz auf Rapsstoppel oder Zwischenfrucht ein quer zur Fahrtrichtung arbeitendes Werkzeug, zum Beispiel eine Cutterwalze, wünschen. mu

Den vollständigen Testbericht über den Kerner Stratos lesen Sie in der traction-Ausgabe 05/2014.
Einzelne Ausgaben der traction können Sie hier bestellen.
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