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traction-trend

Die Gülle-Bomber

Holmer Terra Variant 585 traction
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Alexander Brockmann, traction
am
07.03.2017

Steigende Transportentfernungen, verkürzte Ausbringfenster und Verteilungsprobleme zwischen Veredelungs- und Ackerbauregionen geben uns den Ausblick für die Zukunft. Eine mögliche Lösung könnten Gülle-Selbstfahrer sein. Wir haben uns die verfügbare Technik genauer angeschaut.

Aktueller Stand

Claas Xerion Saddle trac mit garant Kotte Aufbau

Die aktuelle Herausforderung in der Gülleausbringung liegt im Güllemanagement bzw. bei der Logistik. Übliche Ausbringsysteme sind Standardtraktor mit Güllewagen (sowohl Transport als auch Ausbringung), diese Kombination nur für die Ausbringung, Gülleverschlauchung und Selbstfahrer. Generell kann keine Aussage getroffen werden, für wen sich welche Technik eignet und ab welcher jährlichen Ausbringmenge sich ein Gülle-Selbstfahrer rechnet. Zu viele Parameter spielen dabei eine wichtige Rolle, wie z.B. Hof-Feld-Entfernung, Flächenlänge, die Verteiltechnik usw., die bei der Anschaffung berücksichtigt werden müssen.

Gülle-Selbstfahrer können sowohl in groß- als auch in kleinstrukturierten Gebieten eingesetzt werden. Ihr Einsatzgebiet ist dabei stets die Ausbringung und nicht der Transport. Auf dem Feld sind intensive Bodenbearbeitung mit Ausbringung und bodenschonende Bestandesausbringung möglich. Bei den Selbstfahrern verteilt sich das Gewicht auf alle Triebachsen, d.h. alle Achsen sind angetrieben (Ausnahme: Auflieger). Die Bodenschonung kann zusätzlich durch verschiedene Lenkstrategien (z.b. Hundegang), große Reifendimensionen oder durch ein Dreirad- bzw. Fünfradfahrwerk erreicht werden. Mit Traktorengespannen kann das in dieser Form nicht umgesetzt werden. Selbst bei schwierigen Bodenverhältnissen erlaubt die Fahrstrategie einen Einsatz. Außerdem sind sie kompakter und wendiger.

Der größte Nachteil liegt im engen Einsatzbereich der Selbstfahrer. Die Fahrzeuge sind hauptsächlich auf die Ausbringung ausgelegt und werden selten mit anderen Aufbauten verwendet. Als Schlepperersatz sind sie keinesfalls zu sehen. Die Selbstfahrer haben ein auf weniger Achsen verteiltes, hohes Gewicht. Zum Teil sind Sondergenehmigungen erforderlich. Und: Kommt es in der Saison zu Reparaturen, sind Ersatzfahrzeuge nur selten zur Hand. Traktoren lassen sich schneller ersetzten.

Verfügbare Technik

Vredo VT 7028

Auf dem Markt haben sich fünf Hersteller mit ihren Gülle-Selbstfahrern etablieren können. Dazu zählen:

  • Claas mit dem Xerion 4000 Saddle Trac und 16 Kubikmeter große Aufbauten von Kaweco, SGT, Zunhammer und garant Kotte.
  • garant Kotte mit dem Taurus 2803 mit 28.000 l Fassungsvermögen. 
  • Holmer mit dem neuen Terra Variant 585 und 21 Kubikmeter Zunhammer Aufbau.
  • Vervaet mit dem Hydro Trike und Hydro Trike XL
  • Vredo mit den neuen VT 7028 mit maximalen Fassungsvermögen von 32.000 l und den VT 4556

Wo geht die Entwicklung hin?

Nach wie vor wird in vielen Bereichen die Entwicklung vorangetrieben. An erster Stelle steht die Gewichtsreduktion bei Trägerfahrzeugen und Gülletechnik. Außerdem gibt es Potenziale bei der Ausbringung im Bestand im Frühjahr, bei der man zukünftig noch bodenschonender, kosteneffizienter und schlagkräftiger arbeiten möchte. Einhergehend mit der Dokumentationspflicht sind Online-Systeme zur Erfassung der genauen Ausbringmenge und Inhaltsstoffe im Kommen. Teilweise findet die NPK-gesteuerte Düngung in den Selbstfahrern Anwendung, ebenso wie die GPS-gesteuerten Teilbreitenschaltungen (Section-Control).

Abschließend stellen die Hersteller klar, dass die Stillstandszeiten und Leerfahrten des Selbstfahrers auf ein Minimum zu reduzieren sind; Jahresausbringmenge und -einsatzfläche müssen gesichert sein. Wichtig: die Zubringerkette muss sich nach dem Selbstfahrer richten!

Den ausführlichen Trendbericht zum Thema Gülle-Selbstfahrer lesen Sie in der aktuellen traction Ausgabe März/April 2017.

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