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Marktübersicht

Güllefässer: Unendliche Möglichkeiten

Marktübersicht Gülletechnik
Vierachser werden in Deutschland selten nachgefragt. Das Volumen vergrößert sich im Vergleich zum Tridem nur geringfügig. © Werksbild
von am
04.01.2018

Vor Beginn der neuen Güllesaison 2018 haben wir uns intensiv mit den Güllefässern für die Ausbringung beschäftigt. Vom günstigen Einachsfass bis zum Profi-Fass mit allen Ausstattungsoptionen ist alles dabei. So finden nicht nur große Lohnunternehmen, sondern auch Kleinbetriebe mit hohem Mechanisierungsgrad die passende Technik.

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Kam früher der Prallteller häufig zum Einsatz, verlagert sich die Technik deutlich in Richtung verlustarmer Ausbringtechnik mit Injektoren. © Werkbild

Seit längerem ist ein klarer Trend zu größerer Technik und zu professioneller Ausstattung zu erkennen. Waren es früher lediglich Tonnen mit Pralltellern, die auf Fahrgestelle geschraubt wurden, so handelt es sich heutzutage um wahre Hightech-Maschinen.

Haben einige Hersteller eine Handvoll Grundmaschinen (feste Fassgrößen) in ihrem Produktprogramm, die sich durch Zubehör aufrüsten lassen, konstruieren andere die Fässer kundenspezifisch – es gibt keine festgelegten Behältermaße. Weiter geht es dann mit einzelnen Möglichkeiten der Ansaugtechnik, mit Fahrwerken, Anschlussmöglichkeiten usw. Der Vielfalt, die ist bei der Konfiguration der Wagen gibt, ist enorm. Einiges haben wir in der Marktübersicht für Sie aufbereitet.

STAHL VS. GFK

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Tanks aus GFK sind leichter als Stahltanks.  © Werksbild

Ein entscheidendes Kriterium bei der Güllefasswahl ist das Ladevolumen. Angefangen von 2 m3 geht das Behältervolumen bis zu 33 Kubik. Die Behälter sind entweder aus Stahl oder GFK (Glasfaserverstärkter Kunststoff) gefertigt. Großer Vorteil der GFK-Behälter ist das geringe Gewicht. Sie können aber nur als Pumptankwagen ausgeliefert werden.

Grundlegend gibt es die vier Fahrwerkskonzepte: Einachsfass, Tandem, Tridem oder die vierachsigen Wagen. Je nach Achsanzahl gibt es unterschiedliche Federungsoptionen. So gibt es Einachser auch ohne jegliche Federung (teilweise auch bei Tandemwagen). Für die Einstiegsmodelle ist das mechanische Fahrwerk via Parabelfedern erhältlich. Im Profi-Bereich sieht man die hydraulische, hydropneumatische oder Luftfederung. Mit diesen kann je nach Fahrwerkausstattung auf sich ändernde Verhältnisse reagiert werden.

Bei mehrachsigen Fässern kommen Nachlauflenkung oder Zwangslenkung zum Einsatz. Die Zwangslenkung kann rein hydraulisch, elektrisch oder elektrohydraulisch erfolgen, sodass unterschiedliche Fahrstrategien umsetzbar sind. Neben Reifendruckregelanlagen und Schongang-Fahrmodi gibt es auch teleskopierbare Achsen für eine bodenschonende Gülleausbringung. Dabei kann eine Achse hydraulisch ausgefahren werden, sodass sie eine andere Spur befährt.

BEFÜLLTECHNIK

Generell kann man zwischen den beiden Befülltechniken unterschieden – Vakuumfässer und Pumptankwagen. Die Pumptankwagen arbeiten mit Verdrängerpumpen, hauptsächlich mit Drehkolben- oder Exzenterschneckenpumpen. Die Gülle läuft zum Befüllen und Entleeren durch die Pumpe. Dabei können Fremdkörper gegebenenfalls Schäden verursachen. Deswegen ist vor den Pumpen oft ein Cutter/Zerkleinerer mit Fremdkörperabscheider vorgeschaltet.

Kompressoren, die in den Vakuumfässern zum Einsatz kommen, erzeugen durch Luftentzug einen Unterdruck und saugen die Gülle ein. Zum Ausbringen komprimiert der Kompressor Luft, sodass ein Überdruck im Behälter entsteht und die Gülle zum Verteiler strömt. Die Technik ist einfach und weniger anfällig, weil die Gülle mit dem Kompressor nicht in Berührung kommt. Weiteres Zubehör für die Kompressoren sind Schalldämpfer und Vorabscheider, die vor Fremdkörpern und Gülle schützen.

AUSSTATTUNGSOPTIONEN

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Die Tridemfässer sind in der Profiausstattung ein häufig nachgefragter Wagen für Lohnunternehmen und große Betriebe. © Werksbild

Um die verschiedenen Verteiltechniken anzuhängen, führen die Hersteller oft mehrere Heckhubwerksvarianten im Programm. Unterschiede gibt es in den Hubkräften und in den zu übertragenden Kräften. Sie sind entweder komplett im Fass und Behälter integriert oder nur an der Rückwand montiert. An GFK-Fässern sitzen sie am Fahrwerksrahmen. Wer im Hundegang fahren will, muss zudem auf ein schwenkbares Hubwerk zurückgreifen.

Neben den Zentralschmieranlage, Top-Zylinder und Befüllhilfen reihen sich die Ansaugoptionen ein. Dazu zählen Ansaugstutzen, die häufig beliebig positioniert werden können, und Ansaugarme. Sie können mehrfach beweglich, teleskopierbar und schwenkbar oben auf dem Fass liegen oder simpel vorne am Fass ihre Arbeit ausüben. Verbreitet sieht man auch Saugarme in der Fronthydraulik des Schleppers. Seit einigen Jahren ist auch die teilflächenspezifische Düngung ein wichtiger Trend, also eine Düngung anhand der Gülleinhaltsstoffe und nicht mehr auf Kubikmeter pro Hektar gesehen. Sogenannte NIR-Sensoren werden dafür benötigt.

Die meisten Hersteller haben sich ausschließlich auf die Herstellung und den Vertrieb von Gülletechnik spezialisiert. Damit steht Ihnen gut ausgebildetes Personal für eine umfangreiche Beratung zur Seite, die bei der Fasskonfiguration empfohlen wird.

Die ausführliche Marktübersicht zu den Güllefässern finden Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2018.

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