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traction-Tests

Gutfluss über Kopf

Externer Autor
am
02.07.2015

Im vergangenen Jahr präsentierte der österreichische Hersteller Göweil seine erste selbst
entwickelte Rundballenpresse. Wir haben die G-1 F125 getestet und einige Besonderheiten entdeckt.

2014 stellte der österreichische Hersteller Göweil die erste selbst entwickelte Rundballenpresse vor, die es auch als Press-Wickel-Kombination gibt. Schon ganz vorne bei der Gutaufnahme beginnen die Besonderheiten: Göweil setzt hier auf eine ungesteuerte Pick-up mit 2,20 m Aufnahmebreite nach DIN 11220. Die sechs (!!!) Zinkenreihen mit 51 mm Zinkenabstand haben das Material sehr gut aufgenommen.
 
Einzigartig sind die Abstreifer aus Kunststoff, die besonders robust sein sollen. Sie sind zudem sehr leise und aßerdem biegsam, was das Abstreifen des Ernteguts verbessern soll. Seitlich sorgen zwei Zuführschnecken dafür, dass sich beim Übergang von der Pick-up zum Rotor kein Material aufstaut.

Über den Rotor hinweg

Der Übergang vom Rotor zur Kammer ist fast einzigartig: nämlich über den Rotor hinweg (was zukünftig sonst nur Pöttinger genauso machen wird). Der Vorteil: Die Messer befinden sich über dem Rotor und können so von der Vorderseite der Presse aus gewechselt werden. Um den Gutfluss von der Pick-up in Richtung Schneidwerk und Kammer zu lenken, ist jedoch eine aktiv (hydraulisch) angetriebene Umlenkwalze notwendig. Diese soll laut Göweil aber auch für eine Vorverdichtung der Gutmatte sorgen, was sich wiederum durch eine bessere Schnittqualität und einen höheren Durchsatz bemerkbar machen soll. Der Antrieb erfolgt hydraulisch und synchron zum Rotor.
 
Positiv gefiel und auch die aktive Gutflusskontrolle, die bei Auslösen der Nockenschaltkupplung des Rotors automatisch den Messerboden ausschwenkt und anschließend wieder hydraulisch einschwenkt – alles ohne Zutun des Fahrers. Neue Durchsatzrekorde bricht die G-1 F125 von Göweil damit zwar nicht, aber sie überzeugt durch clevere Detaillösungen, eine einfache Wartung und vor allem eine extrem solide, langlebige Verarbeitung. Dazu formt sie schön geschichtete und schwere Ballen. Leider konnten wir (noch) nicht testen, wie die Pressen in trockenem, brüchigem Material (zum Beispiel Gerstenstroh) arbeitet. mu

Den vollständigen Test-Bericht zur Press-Wickel-Kombination G-1 F125 von Göweil lesen Sie in traction Ausgabe Juli/August 2015, die Sie hier bestellen können.
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