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Trends & Wissen

Jäter und Sammler

Externer Autor
am
04.05.2015

Sie heißen Anatis, Bonirob und Cäsar: Feldroboter stehen vor dem Sprung aus der Forschung auf den Markt. Ihre Hauptaufgaben sind im Moment noch die Unkrautbekämpfung und das Datensammeln, doch die Entwicklung geht weiter.

{BILD:634216:jpg}Es ist das Jahr 1962, als Cornelis Sieling zum ersten Mal seine Erfindung demonstriert: die weltweit erste vollautonome Landmaschine, den einachsigen Kipppflug Agri-Robot. Was vor mehr als 50 Jahren begann, hat sich vor allem in den vergangenen 15 Jahren schnell weiterentwickelt: der Einsatz von so genannten Servicerobotern, also autonomen Maschinen, die eine Dienstleistung für den Menschen erbringen. 2013 wurden davon weltweit 9.500 Stück an das Militär verkauft; 5.900 Stück gingen in die Landwirtschaft als Melk-, Stallreinigungs- und Weidezaunroboter. Die Nachfahren des Agri-Robot finden in dieser Statistik und der darin enthaltenen Prognose noch keine Erwähnung. Dabei gibt es für die Automatisierung der Außenwirtschaft ein großes Potenzial.
 
Das zeigt die Entwicklung von kleinen, mobilen Feldrobotern in den vergangenen Jahren. Im französischen Landtechnikmarkt sind bereits einige solcher Produkte marktreif. Auf der Landtechnikmesse SIMA 2015 verkündete der Gerätehersteller Carré, ab 2016 zusammen mit dem Softwareentwickler Naïo Technologies den Feldroboter Anatis auf den Markt zu bringen. Gaëtan Séverac, einer der Gründer von Naïo Technologies, ist zuversichtlich, was den Absatz betrifft: „Wir erwarten für Feldroboter eine ähnliche Absatzentwicklung wie bei Melkrobotern. Feldroboter können die mühsamsten und langwierigsten Aufgaben für Landwirte übernehmen.“
 
Anatis dient vor allem zur mechanischen Unkrautbekämpfung. Mit seinen vier einzeln steuerbaren Rädern fährt er selbstständig über die Gemüsereihen. Den Weg erkennt Anatis mit GPS-Führung, Kamera und Laser. Während er das Unkraut zwischen den Gemüsereihen mit Scharen oder Rotorsternen beseitigt, sammelt er Daten: Er erkennt Unkraut, berechnet die Dichte und Biomasse der Pflanzen, misst Bodentemperatur und Feuchtigkeit. Am Tag schafft der Feldroboter 2 bis 4 ha bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von  3 km/h und einer Arbeitszeit von vier Stunden mit einer Akkuladung. Anatis soll 2016 auf den Markt kommen und etwa 45.000 Euro kosten. je
 
Andere marktreife Roboter heißen Oz, Bonirob und Cäsar.
Was sie können und für welche Abnehmer sie interessant sind, lesen Sie in der traction-Ausgabe Mai/Juni 2015.
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