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traction-Tests

JCB Fastrac 8000: Rückkehr zum Trac

JCB Fastrac 8330 breit
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Matthias Mumme, traction
am
04.01.2017

Vier gleichgroße Räder bieten die neuen JCB Fastrac 8000 zwar nicht, aber nie zuvor war die Baureihe mehr Trac als heute. Wir konnten uns im Feld und auf der Straße einen ersten Eindruck verschaffen

Chassis überarbeitet

JCB Fastrac 8330 back

Die Optik täuscht nicht: Vieles haben die britischen Ingenieure bei JCB an der neuen Fastrac 8000-Baureihe verändert – weit mehr als das dem 4000er angelehnte Motorhaubendesign und die ebenfalls von den Fastrac 4000 übernommene Kabine. So erhielt das Chassis verstärkte Achsen, dies wurde vor allem von australischen Farmern gefordert, die Achsverbreiterungen für Controlled Traffic-Anwendungen benötigen. Und größere Räder bekommen die neuen 8000er nun auch unter die Kotflügel – bis zu 1,95 m Durchmesser auf der Hinterachse. Leider wurde das zulässige Gesamtgewicht nicht erhöht, sodass aufgrund des etwas höheren Einsatzgewichts die Nutzlast geringer ausfällt als bei den Vorgängern. Hinter der Kabine lassen sich übrigens Ballastgewichte mit bis zu 1,6 t Gesamtgewicht montieren.

Eine wesentliche Neuerung ist das doppelte Lenkorbitrol mit zwei Lenkzylindern. Dies führt zu einer verbesserten Lenkbarkeit, aber auch zu mehr Sicherheit – ohne mechanische Lenkverbindung. Dafür sind neben den zwei Orbitrolen auch zwei separate Tanks für die zwei Hydraulikkreisläufe vorhanden. Fällt einer aus, gewährleistet der andere die Lenkbarkeit des Fahrzeugs. Weitere Vorteile: Endlich hat der Fastrac 8000 eine Lenk-Schnellübersetzung für Feld und Hof (RapidSteer), und für das optional lieferbare Trimble-Lenksystem muss nun kein zweiter Lenkzylinder mehr montiert werden.

Ansonsten fahren die Fastrac 8000 wie ihre Vorgänger mit zwei gefederten Achsen und Scheibenbremsen an jedem Rad auf. Komfort und Fahrsicherheit sind damit nach wie vor auf einem Top-Niveau! Maximal sind 70 km/h Endgeschwindigkeit drin.

Bekannter Antriebsstrang mit mehr leistung

JCB Fastrac 8330 Wenderadius

Der bekannte 8,4 l große Sechszylinder von AGCO Power wurde für Tier 4 final aufgerüstet, wobei neben einem SCR-System mit zwei SCR-Katalysatoren auch eine externe gekühlte Abgasrückführung zum Einsatz kommt. Mit 250 kW respektive 335 PS Nennleistung ist der 8330 nun der stärkste Fastrac aller Zeiten, und kommt bei Drehzahlabfall sogar auch bis zu 260 kW/348 PS. Das kleinere Modell 9280 bringt es auf 209 kW/280 PS bzw. 228 kW/306 PS. Ein Leistungsmanagement bzw. einen Boost bei Zapfwellen- oder Hydraulikarbeiten gibt es nicht.

Auch hinter dem Motor geht es mit AGCO-Technik weiter: Hier verwendet JCB nach wie vor das stufenlos-leistungsverzweigte ML260 aus Marktoberdorf. Die zwei Fahrbereiche müssen immer noch von Hand gewechselt werden – das kennt man. Die Abstimmung von Motor und Getriebe ist gut gelungen, 70 km/h werden bei rund 1.700 U/min erreicht. Für jede Fahrtrichtung gibt es zwei Tempomaten, die Wendeschaltung (leider nicht im Ansprecheverhalten einstellbar) wird per Shuttle-Hebel oder per Joystick bedient.

Kabine vom Fastrac 4000

JCB Fastrac 8000 Spur

Von der kleineren Baureihe Fastrac 4000 stammt die nun wieder mittig zwischen den Achsen sitzende Kabine. Sie bietet trotz B-Holm auf der rechten Seite eine tolle Rundumsicht, vor allem dank der geneigten Frontscheibe und der hohen Sitzposition des Fahrers. Die Sicht nach hinten auf Kraftheber und Zugmaul bzw. Kugel ist – typisch Trac – natürlich eingeschränkt. Das Geräuschniveau ist angenehm leise. Lob gibt es auch für den weit drehbaren Fahrersitz, Kritik hingegen für den schlecht beschrifteten und nicht mehr zeitgemäßen Joystick. Auch die Position der Zapfwellenschalter müssen wir negativ bewerten. Das kleine Terminal benötigt aufgrund seiner "eigenen" Typographie und Benutzerführung etwas Einarbeitungszeit. Und ISOBUS ist nur mit einem separaten Terminal möglich, zudem ist die Einbindung des Joysticks für ISOBUS-Funktionen nicht möglich.

Den umfassenden Fahrbericht mit allen Details und Bewertungen lesen Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2017.

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