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traction-Tests

John Deere 1725 NT ExactEmerge: High-Speed-Schwergewicht

ExactEmerge breit
Matthias Mumme, traction
am
09.01.2017

Mit der 1725 NT ExactEmerge definiert John Deere die Maßstäbe bei der High Speed-Einzelkornsaat neu. Wir haben die 8-reihige Maschine im Einsatz auf verschiedenen Böden begutachtet.

Aktiver Korntransport

ExactEmerge Vorgewende

Die 1725 NT ExactEmerge stellte John Deere erstmals auf der SIMA 2015 in Paris vor – und ergatterte mit dem neuen Ablageprinzip eine Medaille. Was steckt dahinter?

Die Vereinzelung findet zunächst in einer Lochscheibe bzw. Lochschüssel statt, die für Mais mit 32 Lochungen versehen ist. Nach rund 180 Grad Umdrehungen gibt die mit Unterdruck beaufschlagte Schüssel, unterstützt durch einen kleinen Sternauswerfer, das Korn an ein 16 mm breites Bürstenband ab. Dieses transportiert das Korn nun bis etwa 4 cm über den Saatrillengrund, wo es mit hoher Geschwindigkeit nach hinten ausgeworfen wird. Die Bandgeschwindigkeit entspricht dabei der Fahrgeschwindigkeit, so dass eine Nullablage ohne Verrollen erfolgt. Daher benötigt das Aggregat auch keine Fangrolle. Sowohl die Lochschüssel als auch das Band werden in jeden Aggregat separat von je einem Elektromotor angetrieben. Die Anpassung der Zellenbelegung erfolgt zu 99 Prozent über die Regelung des Unterdrucks. Eine Verstellung der drei Kunststoffabstreifer im Vereinzelungsgehäuse ist laut John Deere in 99 Prozent der Fälle nicht notwendig.

Für eine optimale Vereinzelung sollte dem Saatgut etwa alle 80.000 Körner (pro Aggregat) eine kleine Schaufel Talkpulver beigemischt werden. Zudem benötigen die Bürstenbänder alle 50 bis 100 ha etwas Graphitpulver für die Schmierung, das ebenfalls dem Saatgut beigemischt wird.

Hoher Schardruck, top Ablage

ExactEmerge Feldaufgang

Die Ablagequalität wurde bereits Anfang 2016 durch das DLG Testzentrum auf dem Prüfstand und im Feld ermittelt – mit jeweils vier bzw. drei Sorten. Dabei wurde zwischen 8 und 20 km/h schnell gefahren. Das Ergebnis: Bis 20 km/h lag die Standardabweichung bei allen Sorten im sehr guten bis guten Bereich. Das traf ebenso auf die Belegung, also die Anteile an Fehl- und Doppelstellen zu. Zwei- oder mehrfache Fehlstellen wurden nicht in keiner Variante festgestellt.

Diese Resultate decken sich auch mit unserem Eindruck der aufgelaufenen Bestände. Der Feldaufgang erfolgte zügig und gleichmäßig, selbst auf sehr trockenen Sandböden. Dazu trug sicher auch der hohe Schardruck von bis zu 300 kg bei, der pneumatisch geregelt wird. Die Pflanzenverteilung machte optisch einen sehr guten Eindruck. Fehl- und Doppelstellen gab es nur wenige. Lob gibt es auch für das hochgenau arbeitende SectionControl der Einzelreihenabschaltung, das in Keilen und am Vorgewende weder Lücken noch Überlappungen zeigte. Das System arbeitet aber bislang nur mit John Deere-Terminals.

Punktabzüge gibt es neben dem hohen Gewicht auch für den Dünger-Fronttank. Er ist derzeit noch nicht in das ISOBUS-Bediensystem der Drille integriert und benötigt daher eine separate Geschwindigkeitserfassung sowie ein eigenes Bedienterminal. Zudem ist die Förderleistung noch nicht ausreichend für die hohen Arbeitsgeschwindigkeiten der ExactEmerge.

Den ausführlichen Testbericht mit allen Bewertungen sowie dem Praktikerurteil lesen Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2017.

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