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traction-Tests

Kanadisches Kraftwerk

Externer Autor
am
12.01.2016

In der Kampagne 2015 war Versatile mit einem 550er-Knicklenker auf Vorführtour in Deutschland. Wir hatten Gelegenheit, den Boliden aus dem kanadischen Winnipeg ausgiebig Probe zu fahren.

Der Wettbewerb ist extrem hart. 2015 stieg John Deere mit dem 9 RX in den Ring. Dort besetzen bereits Case IH, Challenger, Claas und seit 2013 auch New Holland das Feld. Die Rede ist vom deutschen Großtraktorenmarkt über 420 PS. Jetzt wagt sich mit Versatile ein neuer Mitspieler in das heiß umkämpfte Terrain. Mit Rad-Knicklenkern und dem Delta Track mit vier Raupenlaufwerken will sich der Hersteller gegen die Platzhirsche durchsetzen. Wir haben am Beispiel des Versatile 550 getestet, ob die Kanadier eine reelle Chance haben.

Im Versatile 550 arbeitet ein Cummins QSX15 mit 15,0 l Hubraum und einem VTG-Turbolader mit Ladeluftkühlung. Die Nennleistung von 410 kW/550 PS gibt der Reihensechszylinder bei 2.100 U/min ab. Bis herunter auf 1.800 Touren steigt die Motorleistung auf bis zu 441 kW/591 PS an. Rechnerisch bedeutet dies einen Drehmomentanstieg von
49 Prozent! Ebenso imposant ist das maximale Drehmoment von 2.779 Nm bei rund
1.400 U/min, das man im Praxiseinsatz jede Sekunde spürt.

An den Grenzen der Kraft

{BILD:649408:jpg}Wir haben den Versatile mit einem 7,5 m breiten Horsch Tiger AS auf 15 bis 20 cm Arbeitstiefe und einem leichten Boden mit rund 40 bis 50 Bodenpunkten eingesetzt. Begeistert waren wir dabei von der Kraftentfaltung des Motors. Im elften Gang fuhren wir bei rund 1.850 U/min gute
14,5 km/h – und spürten, dass der Kanadier noch nicht an der Grenze war. Also: Knopf drücken und den zwölften Gang rein! Dabei ging der Motor massiv in die Drückung auf knapp über 1.400 U/min und biss sich auf Höhe des maximalen Drehmoments fest. Immerhin konnten wir die Fahrgeschwindigkeit so noch um 0,4 bis
0,5 km/h steigern. Das macht nicht nur Spaß, sondern spart auch noch Diesel.
 
AdBlue braucht der Versatile 550 derzeit also noch nicht, was ihm zu gut 1.600 l Tankinhalt verhilft. Tier 4 i erfüllt der Knicklenker mit einer externen gekühlten Abgasrückführung und einem Partikelfilter. Super: Der Tank besitzt beidseitig Einfüllstutzen, was das Befüllen je nach Auslegung der betrieblichen Tankstelle durchaus vereinfachen kann. Der Kunststofftank sitzt übrigens etwa mittig im Chassis des Knicklenkers. Dadurch ändert sich die Gewichtsverteilung nicht, wenn man den Tank über einen (sehr langen) Arbeitstag leer fährt. mu
 
Den vollständigen Testbericht lesen Sie in traction-Ausgabe Januar/Februar 2016.
 

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