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traction-Test

Kantiger Spitzenbrecher

Taurus breit
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Matthias Mumme, traction
am
04.05.2017

Mit dem Taurus 2803 stieg garant Kotte zur Agritechnica 2015 in den Markt für Gülle-Selbstfahrer ein – und das gleich im obersten PS- und Tanksegment. Wir haben den Boliden im Praxiseinsatz auf den Zahn gefühlt.

Schweres Chassis

Taurus Schmuck 2

Der Taurus steht auf drei schweren Achsen des baden-württembergischen Herstellers Kessler, die jeweils bis zu 28 t tragen dürfen. Alle drei Achsen sind gelenkt, mit einem maximalen Einschlagwinkel von 30 Grad. Das macht den Taurus angesichts seiner Länge zwar nicht besonders wendig, aber mit einem Gespann auf Traktor und Tridem-Fass kommt man auch nicht unbedingt enger am Vorgewende rum. Hundegang ist beidseitig mit 5 oder 10 Grad Einschlagwinkel möglich. Als Räder sind beim ersten Taurus 800/70 R32 aufgezogen, zur Serie wird es größere 800/70 R38 geben. Dann dürfte auch die etwas knappe Bodenfreiheit dazugewinnen – sie ist zwar nur unter den seitlichen Kästen (rechts für die Abgasreinigung, links für die Kühler) sehr knapp und lässt sich hydraulisch um rund 10 erweitern, aber an unebenen Feldüberfahrten wird es schonmal etwas eng.

Leer wiegt der Taurus 2803 übrigens rund 29,5 t (ohne Anbau- und Ausbringgeräte), und damit mehr als die Konkurrenz. Angesichts der hohen maximal zulässigen Achslasten ist von technisches Seite aber alles für Fahrten mit vollem Behälter und Schleppschlauchverteiler abgesichert. Und dafür, dass den beladen mehr als 60 t nicht die Puste ausgeht, sorgt ein 15,98 l großer V8-Diesel von Deutz. Dieser gibt seine bis zu 2.800 Nm an ein Allison 4000-Automatikgetriebe weiter, das dank Untersetzergetriebe auf 12 Vorwärtsgänge, aber nur knappe zwei Rückwärtsgänge kommt.

Starke Gülle-Technik

Taurus Schmuck 3

Die Stärke des Taurus liegt sicher in seiner schlagkräftigen Gülletechnik. Die Börger 2250-Pumpe fördert bis zu 12.000 l/min – damit ist der Aufbau in etwas mehr als 2 Minuten voll. Angesaugt wird über einen 10 Zoll starken Saugarm – der sogar automatisch nach Betätigen eines Fußtasters in seine Parkposition fährt. Den Cutter bezieht garant Kotte von Vogelsang. Einen Haken hat die hohe Pumpenleistung allerdings: Bei geringen Ausbringmengen gerät die Technik an ihre Grenzen, selbst bei geringen Drehzahlen. Eine extreme Spreizung der Ausbringmengen ist allerdings mit keiner Pumpe möglich, sodass man mit diesem Kompromiss leben muss. Gut: Optional ist eine NIR-Inhaltsstoffemessung lieferbar.

Für den Antrieb der Pumpe ist ein eigener Hydraulikkreislauf vorhanden. Weitere drei Kreisläufe stehen für Anbaugeräte,  für den Turbobefüller sowie die Cutter (im Ansaugbereich und am Ausbringgerät) und für die Lenkung und das Fahrwerk zur Verfügung. Dafür besitzt der Taurus 2803 einen eigenen Hydraulikvorrat von 340 l.


Den ausführlichen Fahrbericht mit allen Details lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2017.

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