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traction-TEST

Kombizange mit Kompromissen

Aerosem breit
Matthias Mumme, traction
am
13.03.2017

2013 kombinierte Pöttinger eine Getreidesämaschine mit Vereinzelungsaggregaten für die Maisaussaat. Wir haben 2016 getestet, was die Maschine kann und wo die Einsatzgrenzen liegen.

Zwei Maschinen in einer

Aerosem Schmuck

Die Aerosem 3002 ADD PCS basiert auf einer konventionellen Aerosem, die auf einer Lion-Kreiselegge aufgebaut ist. Die aktive Vorarbeit legt den Grundstein für die Eignung zur Maisaussaat, da der Boden vorgelockert und sehr gut eingeebnet wird. Dadurch kommen die Säschare ohne Parallelogrammaufhängung aus, und benötigen keinen so hohen Schardruck wie herkömmliche Einzelkornsämaschinen. Dennoch müssen angesichts der maximal 80 kg Schardruck und der einfachen Aufhängung hier und da Kompromisse eingegangen werden, was die Ablagetiefe, die Saatguteinbettung und die Rückverfestigung der Saatrille anbelangt. Die maximale Fahrgeschwindigkeit wird dagegen eher durch die Kreiselegge und die Vereinzelungsorgane vorgegeben.

Die mechanischen Klemmfingeraggregate von Precision Planting reagieren bekanntlich empfindlich auf hohe Umfangsgeschwindigkeiten. Mit der 8-reihigen Aerosem 3002 ADD PCS sind etwa bis 12 km/h Arbeitsgeschwindigkeit möglich, mit der 4-reihigen Ausführung sollte nicht schneller als 7,5 bis 8 km/h gefahren werden. Schade: Aufgrund des Zentralantriebs der Klemmfingeraggregate ist keine Einzelreihenabschaltung möglich.

Knackpunkt Düngerbeigabe

Aerosem Feld

Mit den Feldaufgängen und der Längsverteilung der Maispflanzen kann man gut leben, unter Idealbedingungen sind diese sogar gut bis sehr gut. Schwierig wird es bei der Düngerbeigabe. Denn die Düngerbänder, dosiert durch den zentralen Zellenraddosierer für die Getreide- und Rapssaat, werden 12,5 neben die Maisreihen und zudem sehr flach abgelegt. Für eine Startergabe genügt das häufig nicht. Praktiker greifen hier teils zu eigenen Umbauten, wobei die Düngerschare etwas näher an die Maisreihen heran versetzt werden.

Zu klein geraten ist auch der Düngertank mit 580 l, der 670 l Mais-Saatgutvorrat gegenübersteht (aufgeteilt in zwei 335 l große Tankbereiche). Hier besteht noch Verbesserungspotenzial. Gut gelungen ist hingegen die Bedienung, die modern und intuitiv ist und zudem eine grafische Kontrolle der Vereinzelung und der Längsverteilung dank Überwachung über Optosensoren ermöglicht.

Alternativ zu Dünger lassen sich zur Maissaat auch Untersaaten ausbringen, was vor allem auf erosiven Standorten eine sehr gute Alternative ist. Hier sollte aber überlegt werden, vor der Maissaat organischen oder mineralischen Dünger in den Boden einzubringen und einzuarbeiten.

Den ausführlichen Einsatzbericht mit Praktikermeinung lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2017.

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