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traction-Tests

Kompaktes Leichtgewicht

Externer Autor
am
06.01.2016

Fendt hat die Baureihe 700 Vario zur Abgasnorm Tier 4 final einer Frischzellenkur unterzogen. Das Topmodell 724 Vario konnten wir in der Praxis und bei der DLG einem umfassenden Test unterziehen.

In Stückzahlen gerechnet ist die Baureihe 700 Vario unbestritten der Top-Seller im Hause 
AGCO Fendt. Seit 1999 führen die Allgäuer die kompakten Leichtgewichte im Programm und 2014 erforderte die Umstellung auf die Abgasnorm Tier 4 final eine Überarbeitung der aktuell sechs Modelle der Baureihe. Dabei wurde jedoch nicht nur der Motorbereich angepackt, sondern weitaus mehr Detailarbeit erledigt. Für unseren Praxistest mit DLG-Messungen haben wir uns das Topmodell 724 Vario herausgepickt. Schließlich konkurriert der Allgäuer in seiner Leistungsklasse teilweise mit gut 2 t schwereren Schleppern, wird andererseits aber auch gerne als Allrounder auf Familienbetrieben eingesetzt.

Im DLG Testzentrum in Groß-Umstadt haben wir den 724 Vario zunächst vor der Zapfwellenbremse gemessen. Bei 2.100 U/min wurde hier eine Nennleistung von knapp 
153 kW am Zapfwellenstummel ermittelt. 253 g/kWh spezifischer Verbrauch sind durchschnittlich. Dafür genehmigt sich der Motor bei Nenndrehzahl nur 11,9 g/kWh AdBlue; das ist extrem wenig. Sparsamer wird der Allgäuer bei Drehzahldrückung. Die maximale Leistung liegt laut DLG Testzentrum bei 1.700 bis 1.800 U/min an. Hier verbrauchte unser Testkandidat gute 230 bis 235 g/kWh.

Auf Prüfstand und Messbahn

Beim DLG PowerMix liegt der Bayer in nahezu allen Kategorien deutlich vor dem Durchschnitt seiner Leistungsklasse – wobei wir diesen überwiegend aus Tier-4i-Referenztraktoren ermittelt haben, da bislang nur wenige Hersteller Tier-4-final-Modelle anbieten. Am deutlichsten setzt sich der 724er bei Zapfwellen- und gemischten Zapfwellen- und Hydraulikarbeiten vom Wettbewerb ab. Das dürfte zum einen am direkten, verlustarmen Zapfwellenantrieb liegen, zum anderen aber auch an der guten Abstimmung von Motor und Load-Sensing-Hydraulikpumpe. Zudem benötigt der Schlepper bei nur knapp 8 t Leergewicht weniger Diesel für den Eigenantrieb. Hier zahlt sich die Leichtbauweise ganz klar aus.

Was auf der einen Seite Vorteile bietet, hat auf der anderen im Regelfall auch Nachteile: Bei den Zugleistungszyklen des PowerMix liegt der 724 Vario nur knapp vor dem Klassendurchschnitt. Ein Wettbewerber mit Tier-4-final-Motor fuhr hier bereits deutlich sparsamer; ein anderer verbrauchte jedoch deutlich mehr. Heißt: Unser Testkandidat wird unserer Ansicht nach sicher auch in Zukunft im Spitzenfeld dieser Messzyklen mitfahren, und das obwohl der große 700er nicht als klassischer Ackerschlepper für schwere Zugarbeiten konstruiert wurde, sondern als handlicher Allrounder. mu
 
Den vollständigen Testbericht mit allen Messergebnissen und technischen Details lesen Sie in traction-Ausgabe Januar/Februar 2015.
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