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Trend

Kratzen statt Wühlen

Striegel schmal
Matthias Mumme, traction
am
06.07.2017

Stroh- und Schwerstriegel nehmen heute bei der Stoppelbearbeitung nach wie vor eine Nischenposition ein. Doch die Nachfrage nimmt leicht und stetig zu – ein Blick auf die Technikunterschiede lohnt sich!

Leichtzügig und schlagkräftig

Striegel Raps

Stroh- und Schwerstriegel arbeiten ultraflach – die maximal mögliche Arbeitstiefe beträgt je nach Zinkenart und Gewicht des Striegels sowie den Einsatzbedingungen etwa 3 bis 4 cm, bei der Saatbettbereitung nach dem Pflug auch mehr. Im Vergleich mit Großfederzinkeneggen, Kurzscheibeneggen oder Grubbern sind Stroh- und Schwerstriegel leichtzügig – dennoch sollte man den Leistungsbedarf angesichts von Arbeitsgeschwindigkeiten bis 20 km/h nicht unterschätzen. Der Dieselverbrauch beträgt etwa 2,5 bis 5 l/ha.

Die Zinken sind bei den meisten Geräten 70 bis 75 cm lang und 16 mm stark, und damit aggressiver als die etwa 12 mm dicken Zinken von Hackstriegeln. Bei den meisten Geräten lassen sie sich hydraulisch im Neigungswinkel und damit in ihrer Arbeitsintensivät verstellen. Der Markt bietet eine Auswahl an Geräten mit zwei bis sechs Zinkenreihen und dementsprechend unterschiedlichen Strichabständen (43 bis 150 mm).

Klare Einsatzgrenzen

Striegel Stroh

Eingesetzt werden Schwerstriegel überwiegend auf Raps- und Getreidestoppel, selten zur Saatbettbereitung nach Grubber oder Pflug. Getreidestoppeln sollten nicht zu kurz sein, damit die Zinken noch gut "kämmen" können. Die Strohverteilung des Mähdreschers lässt sich verbessern und das gehäckselte Stroh wird lockerer abgelegt, dicke Strohmatten oder Strohhaufen können Striegel aber nicht aufarbeiten. Bei Rapsstoppel ist ein guter Arbeitseffekt möglich, wenn die Stängel trocken und brüchig sind – bei grünem und zähem Rapsstroh kann ein Striegeleinsatz schwierig werden.

Recht gut können sich Schwerstriegel bei passenden Einsatzbedingungen auch zur Schneckenbekämpfung eignen. Die Strohrotte wird durch das Einstauben der Ernterückstände mit Feinerde beschleunigt, der Effekt ist aber schlechter zu bewerten als bei intensiver arbeitenden Geräten für die Stoppelbearbeitung. Die Kapillarität wird nur oberflächlich durchbrochen, was Vor- und Nachteile haben kann.

Sonderbauformen und Vorwerkzeuge

Striegel Walze

Schwerstriegel gibt es in den unterschiedlichsten Bauformen. Neben konventionell aufgebauten Geräten gibt es Ausführungen mit vorlaufenden Schneidscheiben zum Zerschneiden längerer Stoppeln oder stärkerer Strohmatten. Daneben sind Geräte mit vorlaufender Messerwalze am Markt, die sich vor allem für die Bearbeitung von Rapsstoppeln eignen. Weiterhin gibt es auch schwere Walzen mit vorlaufendem Schwerstriegel, die eine verbesserte Bekämpfung von Ausfallgetreide und Unkrautsamen bieten können.

Den ausführlichen Trendbericht mit allen wichtigen Anbietern von Stroh- und Schwerstriegeln lesen Sie in traction Ausgabe Juli/August 2017.

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