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Traction-Tests

Kverneland: Turbo für Stoppel und Saatbett

Auch die 8 m breite Variante des Kverneland Turbo war im Einsatz.
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Matthias Mumme, traction
am
08.09.2016

Mit der Turbo-Baureihe stellte Kverneland zur Agritechnica 2015 neue fünfbalkige aufgesattelte Grubber vor, die wir beim ersten Stoppelsturz testen konnten.

Im Segment der aufgesattelten Grubber hatten die Norweger in den letzten Jahren zugegebenermaßen wenig mitzureden. Schließlich hatte man bislang mit dem CTC nur ein Modell mit mechanischer Arbeitstiefeneinstellung im Programm. Den Bedarf an weiteren Grubbervarianten – wie beispielsweise einem Universalgrubber für Arbeitstiefen bis etwa 20 cm – hat man jedoch zeitig erkannt, und den Turbo auf's Reißbrett gelegt. Aktuell gibt es zwei Modelle mit 6,5 und 8,0 m Walzen-Arbeitsbreite bzw. 6,18 und 7,68 m Zinken-Arbeitsbreite. Was die zwei neuen Talente können, haben wir bei der Stoppelbearbeitung getestet.

Der Aufbau des Turbo

Schmale Schare am Kverneland Turbo 6 m.

Der Turbo besitzt einen dreiteiligen Rahmen aus 100x100 und 150x100 mm starken Profilen, der auf 3,0 m Transportbreite geklappt werden kann und in Arbeitsstellung auf 70 cm Rahmenhöhe kommt. Die Arbeitsbreite kann reduziert werden, in dem die Flügel in Transportstellung geklappt werden. Als Transportsicherung für die Flügel dienen hydraulische Sperrblöcke mit Halteventilen – die jedoch nicht vor unachtsamer Fehlbedienung beim Straßentransport schützen. In Transportstellung kann das Fahrwerk etwas abgelassen werden, sodass die Transporthöhe beim 6500T nur 3,05 m und beim 8000T nur 3,80 m beträgt.

Deichselzylinder mit Doppelnutzen

Das Fahrwerk sitzt etwas von der Mitte nach hinten versetzt vor den Zustreichern und der Walze – das ermöglicht enge Wendemanöver am Vorgewende. Die Tiefenführung erfolgt hinten über die Walze, und vorne über vier Tasträder. Wird der serienmäßige doppeltwirkende Deichselzylinder in Schwimmstellung gefahren wird der Turbo vorne vollständig durch die Tasträder getragen. Beaufschlagt man ihn jedoch mit Druck fungiert er als hydraulischer Zugkraftverstärker, und drückt laut Kverneland bis zu 1.500 kg zusätzlich auf die Traktorhinterachse.

Intelligente Steuerung

6 m Kverneland Turbo in Transportstellung.

Das linke mittlere Stützrad wird (anders als die anderen drei Stützräder) in einem Langloch geführt. Denn hier ermittelt ein Sensor, ob das Rad in Vorgewende- oder Arbeitsposition ist, und gibt die Signale an den Traktionsverstärker weiter. Dieser schaltet sich dann beim Ausheben am Vorgewende ab und beim eingesetztem Grubber wieder ein. Zusätzlich gibt es einen einstellbaren Endlagensensor am Deichselzylinder, falls das Stützrad in Fahrgassen oder an Senken und Kuppen mal „Grubber ausgehoben“ meldet. Damit bleibt der Traktionsverstärker auch dort aktiv. Die einstellbare Endlage sollte man in der Ebene ca. 1 cm und in kupiertem Gelände ca. 3 cm zum Sensor justieren.

Die technischen Daten

  • Rahmen: dreiteilig mit 2,05 m breitem Mittelsegment; Konturanpassung mit Stützrädern und Deichselzylinder; hydraulische Einstellung der Arbeitstiefe mit Begrenzung über Einschwenker; Rahmenhöhe 70 cm
  • Werkzeuge: 5-reihiges Zinkenfeld mit 33 bzw. 41 Vibrationszinken; Strichabstand 19 cm; maximale Arbeitstiefe ca. 20 cm; 55 mm-Wendeschar oder 125 mm Doppelherzschar; Vollstahlgrindel aus Federstahl; Blattfederzustreicher mit Feinjustierung mittels Spindeln
  • Rückverfestigung: fünf Walzentypen mit offener und geschlossener Bauweise
  • Leistungsbedarf: ab 250 bzw. 350 PS; 3 x dw-Steuergeräte
  • Abmessungen & Gewichte: Arbeitsbreite 6,18 bzw. 7,68 m; Transportbreite 3,0 m; Transporthöhe 3,05 bzw. 3,80 m; Einsatzgewicht mit Acti-flexwalze 6,6 bzw. 7,2 t
  • Preis (zzgl. MwSt.): ab 64.619 bzw. 77.494 Euro (mit Actiflexwalze)

Den vollständigen Testbericht mit dem Urteil der traction-Redakteure lesen Sie in traction Ausgabe September/Oktober 2016.

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