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Dutra D4K B

Langnase vom roten Stern

Dutra D4K auf freier Flur
am Mittwoch, 10.11.2021 - 13:32

Den Dutra D4K kennen wir in leuchtend blau. Christoph Keßlers Modell gehört zu den letzten seiner Art und hebt sich ab.

Dutra D4K in blau in der Werkstatt

Eine echte Rarität steht vor uns auf dem Hof. Christoph Keßler ist stolzer Besitzer eines Dutra D4K. Den liebevoll als „Langnase“ bezeichneten Allradschlepper baute das ungarische Traktorenwerk Roter Stern. 

Der D4K war jedoch nicht der erste Dutra, der in Ungarn vom Band lief. Sein Vorgänger war ebenfalls ein Allradschlepper: der UE-28. Den kleineren Schlepper mit Zweizylinder-Motor und 28 PS baute das Traktorenwerk ab 1960. Schon diese Maschine kennzeichnete seine lange Motorhaube, weshalb bereits der UE-28 den Kosenamen Langnase erhielt.

Als Weiterentwicklung des UE-28 folgte vorerst der Prototyp D4K 70. Die Ungarn verbauten einen Csepel Vorkammer-Dieselmotor WD 413 mit einer Höchstleistung von 70 PS. Als Allradantrieb diente eine Welle, die das Drehmoment ohne Verteilerdifferential auf die Vorderachse übertrug.

Schwerstarbeiter

1962 folgte schließlich der marktreife Dutra D4K. Er erhielt ebenfalls einen Motor von Csepel, den freisaugenden 5,5 Liter-Vorkammerdieselmotor DT-414. Mit vier Zylindern lieferte er bei 1.650 U/min eine Leistung von 65 PS. 

Mit einem Sechszylinder-Motor mit 7.983 cm³ Hubraum folgte 1964 schließlich der weiterentwickelte Dutra D4K-B, wie er auch im sächsischen Plauen vor uns steht. Der Csepel 613.15, ein Lizenznachbau eines Steyr-Motors, liefert bei 1.850 U/min stolze 90 PS. Den gleichen Motor fand man damals in einigen ungarischen Ikarus-Bussen, wofür ihn Csepel eigentlich baute.

König der DDR

Durch die Anordnung von Motor und Getriebe war der blaue D4K ordentlich kopflastig und daher insbesondere für den harten Arbeitseinsatz geeignet. So gab es vor allem in der DDR eine starke Nachfrage nach der Langnase. 

Grüner Exot

Christoph Keßler mit dem Dutra D4K

Mittlerweile sind die D4K in Deutschland rar geworden. Umso glücklicher sind wir, dass wir Christoph Keßler und sein Exemplar besuchen konnten. 

Die ganze Geschichte rund um seinen Dutra lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2021 und im Digitalmagazin.

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