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traction-test

Mehr Leistung und neues Cebis

Claas Axion 960 Köckerling Vector
Alexander Brockmann, traction
am
05.07.2017

Aufgrund von Flex-Regelungen hatte Claas die Einführung der Tier 4 final-konformen Baureihen Arion 500, Arion 600 und Axion 900 mehr als ein Jahr aufgeschoben. Nun wurde es höchste Zeit, die neuen Modelle vorzustellen. Mit dabei sind zwei neue Topmodelle sowie ein komplett neu entwickeltes Cebis mit intuitiver Touch-Bedienung.

Die neuen Arion 500/600

Claas Arion 500 600

Erweitertet wurde die Serie mit dem Arion 510 mit 125 PS, Arion 610 mit 145 PS und dem großen 660 mit 205 PS Maximalleistung. Dank des „Niedrigdrehzahlkonzept“ von Claas konnten die Drehzahlen gesenkt werden. So laufen z.B. die 6-Zylindermaschinen im Standgas bei 650 U/min. Die Maximalleistung liegt im Bereich von 1.500 und 1.700 U/min. Für die Einhaltung der Abgasnorm Tier 4 final verwendet Claas DOC, SCR, EGR und DPF. Auch das Hexashift-Getriebe hat Erweiterungen bekommen. Dazu zählen ein Tempomat- und Drehzahlspeichermanagement, Smart Stop und Reversieren am Cmotion oder Electropilot. Die Smart Stop-Funktion ermöglicht ein Anfahren und Anhalten via Bremspedal. Speziell für den Arion 660, den es nur als Cmatic gibt, kommt das EQ 220 zum Einsatz. Durch eine zusätzliche Kupplung soll sich laut Claas die Schubleistung bei Rückwärtsfahrten um bis zu 15 Prozent verbessern. Dem Heckhubwerk des Arion 500/600 hat man eine um etwa 25 Prozent höhere Hubkraft spendiert. Außerdem kann optional eine 150 Liter große LS-Hydraulik bestellt werden. An der neuen Proactiv-Vorderachse fallen die doppeltwirkenden Federungszylinder auf, die einen Federweg von 10 cm versprechen. Außerdem sorgt die Achse für eine automatische Gewichtsanpassung und eine geschwindigkeitsabhängige Achsbewegung. Apropos Bereifung: Auf die 600er Arion lassen sich nun Pneus der Größe 710/60R42 aufziehen. Neu ist auch die dynamische Lenkung. Über drei Modi – lenkwinkelabhängiger, geschwindigkeitsabhängiger oder manueller Modus – lässt sich das Ansprechverhalten einstellen.

Neues Flaggschiff

Claas Axion 960

Der Claas Axion 960 liefert satte 445 PS Maximalleistung und ein Drehmoment von 1850 Nm. Damit überschneidet sich die Axion-Baureihe nahtlos mit der Xerion-Serie. Mit der Einführung des neuen Flaggschiffs und der Abgasnorm Tier 4 final bekamen auch die anderen 900er-Modelle einige Modernisierungen. Für die Abgasnachbehandlung kommt Claas mit DOC- und SCR-Anlage aus. Wie bereits bei den Arion 500/600 aufgegriffen, laufen auch die Axion 900 mit dem Niedrigdrehzahlkonzept. Das ZF-TMG-45-Getriebe löst nun das bekannte ECCOM 3.0 ab. Merkmal dieser neuen Getriebegeneration ist die erhöhte hydrostatische Einheit. Für die Verbindung zwischen Anbaugerät und Axion gibt es einen neuen Anhängebock mit ISO 500-Maß. Damit ist ein Austausch von Zugmaul und Equipment, wie die K 80-Kugel, im Schlitten möglich. Weitere weitere Details fallen auf: Eine Werkzeugkiste, ein Luftanschluss und ein Zugang zu den Batteriepolen sind im Einstieg verbaut. Daneben hat sich der AdBlue-Einfüllstutzen verändert. Auf der anderen Maschinenseite ist das Abgasrohr vom Motorraum zum Endrohr nun sauber verkleidet.

Neue Bedienoptionen

Claas Axion 900 Zunhammer

Mit drei verschiedenen Ausstattungspaketen kann nun jedem Kunden die passende Variante geboten werden. Ab sofort gibt es die Ausstattungsoptionen CIS, CIS+ und Cebis. Die Pakete orientieren sich gewissermaßen an den Getriebevarianten der 500er/600er Arion und 900er Axion. So sind das CIS mit dem Hexashift-Getriebe, CIS+ mit Hexashift oder Cmatic-Getriebe und die Premiumoption Cebis mit Hexashift oder Cmatic als Getriebevariante erhältlich.

Zur CIS-Ausstattung gehören die neue Armlehne mit zusätzlicher Allrad/Differentialsperre, ein optionales Farbdisplay (schwarz/weiß ist Standard) und ein neuer Electropilot. Mit dem Farbdisplay lassen sich bis zu vier Funktionstasten abbilden, z. B. für ISOBUS-Anwendungen, Steuergeräte, Frontlader usw. Zwei elektrische Steuergeräte für Frontlader oder Frontkraftheber sowie die dynamische Lenkung und alle EASY-Funktionen können ergänzt werden.

Die Basis der CIS+Variante bildet ebenfalls die neue Bedienarmlehne. Das Farbdisplay ist serienmäßig und es gibt die Möglichkeit, bis zu 4+2 elektrische Steuergeräte zu ordern. Zu den erweiterten Optionen der CIS-Variante addieren sich die ECO/Power-Taste und ein erweitertes Tempomatmanagement. Außerdem ist optional das CSM-Vorgewendemanagement erhältlich sowie die dynamische Lenkung.

Die Cebis-Ausstattung wird mit dem neuen Cebis Touch-Terminal ausgeliefert. Dieses hat nicht nur ein optisches Update bekommen, sondern die gesamte Software wurde angepasst. Montiert ist das große 12,1 TFT-Terminal an der neuen Armlehne, die sich aber kaum von der alten unterschiedet. Insgesamt zehn F-Tasten, davon acht auf dem CMotion-Fahrhebel und zwei auf dem Electropilot-Kreuzschalthebel, stehen dem Anwender zur Verfügung. Wehrmutstropfen: ISOBUS und Lenksystem hat das Cebis Touch noch (noch) nicht implementiert – dafür benötigt man immer noch das zusätzliche S10-Terminal.

Die 900er Axion gibt es nur stufenlos mit Cmatic-Getriebe und in CIS+- oder Cebis-Ausstattung, wohingegen die Arion 500/600 mit allen drei Ausstattungen konfiguriert werden können  – sie sind wahlweise mit dem Hexashift- oder Cmatic-Getriebe erhältlich.

Gemeinsamkeiten Arion und Axion

Einige Merkmale haben die kleinen Arion 500/600 und die großen Axion 900 nach der Modernisierung gemein. Zum Einen sind neue Fahrbereichsgeschwindigkeiten abrufbar. Dank des überarbeiteten Tempomatenmanagements lassen sich die Tempomaten nicht nur speichern, sondern über den Drivestick in der CIS+-Ausstattung auch deaktivieren. Bei Lastwechsel verzögern die Schlepper in einer angenehmen Zeit und nicht mehr abrupt. Per Knopfdruck ist der Eco- oder Power-Modus abrufbar, wodurch es in die Motordrückung geht. Neu beim sogenannten „Cmatic 2.0“ ist auch der Modus „gestreckter Zug“. Er beginnt automatisch beim gleichzeitigen Betätigen des Gas- und Bremspedals. Äußerlich fallen das optionale (bzw. im Cebis-Paket serienmäßige) LED-Fahrlicht und eine leicht veränderte Motorhaube und Seitenbleche auf. Am Frontkraftheber ist seitlich ein zentrales Steuerungspad installiert. Die Hydraulikanschlüsse am hinteren Anbauraum sind an einer neuen Anbauplatte angebracht. Neu für alle Modelle der drei Baureihen mit Cebis-Ausstattung: Die Steuergeräte lassen sich jetzt frei belegen und priorisieren. Außerdem gibt es einstellbare Anlauframpen für die Steuergeräte. In der Kabine sind für den Bereich der rechten Seitenscheibe weitere Anbauschienen für Terminals erhältlich – oben und/oder in der Mitte.

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