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Gebraucht

Mehr als ein Lückenfüller

Deere 7030 Premium
Tobias Meyer
am
15.07.2017

Um den Fendt 800 Vario Paroli bieten zu können, musste John Deere um 2007 seine Produktpalette um die 7030 Premium ergänzen. Die zwei Modelle in den unterschiedlichen Ausbaustufen wurden ein Achtungserfolg.

Knackpunkt Kopfdichtung

Deere 7030 Premium

Die 7030 Premium bauten auf dem Brückenrahmen des 2003 ausgelaufenen 7810 auf – wurden jedoch in Mannheim gefertigt und erhielten zur Abgrenzung der 7030er aus Waterloo den Zusatz "Premium". Als Kraftquelle diente der 6,8 l große PowerTech Plus-Sechsender mit Leistungsmanagement, sprich Leistungsboost bei Transport- und Zapfwellenarbeiten. Insgesamt galt der Motor als durchzugsstark und nicht auffallend durstig, jedoch machte die Kopfdichtung bei vielen Exemplaren schon früh Ärger. Heutige Gebrauchte dürften daher auch bei Stundenständen unter 6.000 schon die zweite oder dritte Dichtung verbaut haben. Mittlerweile wurde hier im Regelfall jedoch eine geänderte Variante eingebaut, sodass weitere Probleme nicht mehr zu erwarten sind.

Ebenfalls als empfindlich gelten die Injektoren, die bei unreinem Sprit aus Hoftankstellen nach einiger Zeit ausfallen. Dieses Problem kennen jedoch auch andere Marken und Traktoren, seitdem die Einspritzdrücke massiv erhöht wurden um die Abgasgrenzwerte einzuhalten. John Deere empfiehlt zur Vorsorge seinen hauseigenen Dieselzusatz Fuel Protect, der Injektorschäden in vielen Fällen verhindern soll.

Solider Vario-Jäger

Deere 7030 Premium

Ab Werk boten die 7030 Premium einen guten Fahrkomfort mit gefederter und einstellbarer TLS-Vorderachsfederung, auf Wunsch sogar mit Scheibenbremsen. In der ebenfalls gefederten Kabine ging es leise zu, Platzangebot und Rundumsicht waren aber nicht nicht optimal – allerdings waren die 800 Vario aus Marktoberdorf in diesem Punkt auch nicht besser. Die Allgäuer Topseller waren jedoch in puncto Wendigkeit eine Nummer für sich.

Beim Getriebe hatten Käufer die Wahl zwischen zwei Lastschaltungen (PowrQuad Plus und AutoQuad Plus) für verschiedene Komfortansprüche und 40 bzw. 50 km/h, sowie dem von ZF bezogenen Stufenlosgetriebe AutoPowr (Eccom 2.0) für 40 oder 50 km/h. Letzteres gilt als weniger anfällig als der hauseigene Triebsatz in den 7010er und 7020-Traktoren, allerdings halten auch sie nicht ewig. Werkstätten nennen als Mittelwert etwa 7.000 Bh, wobei bei entsprechender Fahrweise auch deutlich mehr Stunden draufgefahren werden können bevor ein Austausch ansteht.

Mehr über die Plus- und Minuspunkte gebrauchter John Deere 7430 Premium und 7530 Premium lesen Sie in traction Ausgabe Juli/August 2017.

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