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Trends & Wissen

Mehr Platz, mehr Ertrag?

Externer Autor
am
14.05.2014

Die Doppelreihe bei der Mais-Einzelkornsaat verspricht einige pflanzenbauliche Vorteile. Die technische Umsetzung ist allerdings aufwendig. Nach Monosem und Great Plains werden nun aber auch MaterMacc und Lemken auf dieses Verfahren setzen.

Die Doppelreihe bei der Mais-Einzelkornsaat verspricht einige pflanzenbauliche Vorteile. Die technische Umsetzung ist allerdings aufwendig. Nach Monosem und Great Plains werden nun aber auch MaterMacc und Lemken auf dieses Verfahren setzen.
{BILD:607485:jpg} In der traditionellen Einzelkornsaat (EKS) stehen die Pflanzen hintereinander in einer Reihe. Bei 75 cm Reihenabstand bleibt ein großer Teil des Bodens ungenutzt, bei 37,5 cm  stehen die Pflanzen einer Reihe dagegen sehr dicht zusammen. Ein anderer Weg, die zur Verfügung stehenden Ressourcen besser zu nutzen, ist die 1989 von Monosem eingeführte Doppelreihe. Neben Great Plains, MaterMacc und Monosem wird diese zukünftig (mit anderen Abmessungen) auch Lemken mit der Azurit anbieten.

Bei der Doppelreihe werden zwei Reihen nebeneinander und synchronisiert abgelegt, sodass ein Dreiecksverband mit circa 75 cm (Doppel-)Reihenabstand entsteht. Zwischen die Einzelreihen kann je nach Bedarf ein Düngerband abgelegt werden, auf das dann von zwei Seiten zugegriffen wird. Die technischen Ansätze und Reihenabmessungen unterscheiden sich zwischen den Anbietern. Sowohl Monosem und Great Plains als auch Lemken setzen auf 75 cm Abstand zwischen den Doppelreihen (jeweils Mitte). Jedoch liegen bei Monosem und Great Plains zwischen zwei Reihen einer Doppelreihe 20 cm (Twin Row) und bei MaterMacc 22 cm, während es bei Lemken 12,5 cm sind (Delta Row).

Technik aus den USA und Südafrika

Die Vorteile sind vielfältig: Laut Great Plains werden bei konventioneller Einzelreihensaat nur 14 Prozent der verfügbaren Fläche genutzt; bei der Doppelreihe sind es 45 Prozent. Durch die breitere Durchwurzelung des Bodens und die breitere Verteilung der Pflanzen sinkt das Erosionsrisiko. Zudem wird das verfügbare Wasser besser ausgenutzt. Darüber hinaus ist der Wurzelweg zum verfügbaren Wasser und den verfügbaren Nährstoffen kürzer, und die Wurzel kann breiter fächern. Und: In Wachstumsstadien ab Kniehöhe kann der Pflanzenbestand das Sonnenlicht besser aufnehmen.
Untersuchungen zu den pflanzenbaulichen Auswirkungen des Doppelreihenanbaus stammen überwiegend aus den USA und aus Südafrika, wo neben Mais auch Sojabohnen oder Erdnüsse in diesem Verfahren angebaut werden - allerdings nur auf einem prozentual kleinen Teil der Anbaufläche. Die Bedingungen in Mitteleuropa unterscheiden sich aber teils stark von denen in den USA oder in Südafrika. Das betrifft die verfügbaren Sorten und Düngemethoden, aber vor allem die Witterung und die Böden. mu

Den vollständigen 6-seitigen Bericht zur Doppelreihe lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2014.
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