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Marktübersicht

Neue Dimensionen

mähdrescher
am Dienstag, 05.11.2019 - 08:21

In den letzten Jahren mischten zahlreiche Neuheiten den Mähdreschermarkt auf. Zeit für eine aktuelle Marktübersicht.

Immer mehr Leistung

new_holland_mähdrescher

Seit unserer letzten Marktübersicht im Jahr 2014 war der Mähdreschermarkt stark in Bewegung. AGCO präsentierte 2017 seine Ideal-Serie mit drei Rotormähdreschern, der ein Flaggschiff mit Doppelrotor und 790 PS folgen wird. Case IH verjüngte seine Axial Flow-Baureihen um die Serien 150 und 250, Claas stellte jüngst vier neue Lexion-Baureihen mit neuer Primärabscheidung und weiteren Verbesserungen vor. Deutz-Fahr erweiterte sein Produktprogramm in den letzten Jahren um neue Modelle wie die C9300-Serie. Bei John Deere kamen überarbeitete Modelle der Baureihen W, T und S auf den Markt, zur Agritechnica 2019 folgt eine neue Baureihe von Großmähdreschern mit Doppelrotor (diese sind noch nicht in unserer Marktübersicht zu finden). New Holland übte weitestgehend Modellpflege, und konnte die Druschleistung seiner CR-Rotormähdrescher so weiter steigern. Zudem ist nunmehr für die CX-Schüttlermähdrescher eine Segment-Dreschtrommel für mehr Laufruhe erhältlich. Rostselmash brachte in den letzten Jahren den RSM161-Sechsschüttler, den Torum 770-Rotormähdrescher und die Nova-Vierschüttler-Mähdrescher neu auf den Markt.

Automatisierungsgrad steigt

claas_agritechnica

Generell sind in der Mähdrescherentwicklung einige Trends zu beobachten. Der Automatisierungsgrad steigt weiter – Hochleistungsmähdrescher können sensorisch Besatz, Bruchkorn und Kornfeuchte ermitteln und ihre Abscheide- und Reinigungsorgane entsprechend automatisch anpassen. Dabei kann der Fahrer oftmals zwischen Prioritäten hinsichtlich Durchsatz oder Kornqualität entscheiden. Zudem entlasten Durchsatzregelungen den Fahrer.

Vor allem für Hochleistungsmähdrescher bieten immer mehr Hersteller auch in Mitteleuropa Draper-Schneidwerke an. Claas entwickelte dafür seine neue Convio-Baureihe, John Deere erweiterte sein Sortiment an Drapern und Flex-Drapern und auch Case IH und New Holland nahmen entsprechende Vorsätze in ihre deutschen Preislisten auf. Rostselmash entwickelt seit einiger Zeit an einem 9,0 m breiten Draper. Daneben sind unabhängige Anbieter wie Geringhoff oder MacDon am Markt vertreten.

Immer mehr Bedeutung erlangt angesichts eines anstehenden Glyphosatverbots die Vermeidung und Bekämpfung von Ausfallgetreide und Unkrautsamen im Mähdrescher. Mit dem Seed Terminator importiert Zürn nunmehr eine Technologie aus Australien, die mechanisch Unkrautsamen im Mähdrescher bekämpft. Dies ist sicher eine Anregung insbesondere für große Mähdrescherhersteller, neue Technologien für einen erfolgreichen Ackerbau ohne Glyphosat zu entwickeln – immerhin werden Unkrautsamen vor allem beim Drusch verbreitet, und Verlustkörner erschweren die Bestandsführung in Folgekulturen.