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Trends & Wissen

Richtig zubeißen!

Externer Autor
am
10.11.2015

Walzen- oder Scheibencracker, oder was dazwischen? Bei der Vielzahl an Systemen fällt die Wahl schwer. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, es gibt Allrounder und Spezialisten. Wir geben einen Überblick, was wo sinnvoll ist.

Walzen- oder Scheibencracker, oder was dazwischen? Bei der Vielzahl an Systemen fällt die Wahl schwer. Alle haben ihre Vor- und Nachteile, es gibt Allrounder und Spezialisten. Wir geben einen Überblick, was wo sinnvoll ist.
An keine zweite Erntemaschine werden heute so differenzierte Anforderungen gestellt wie an den Feldhäcksler. Denn jedes Erntegut verhält sich anders und das Arbeitsergebnis variiert je nach Verwendungszweck der Silage von ultrakurzen Schnittlängen ab 2,5 mm bis hin zu 30 mm. Und bei allen Längen soll jedes Korn zerschlagen sein. Die hohen Anforderungen betreffen ein bestimmtes Bauteil: den Körnerprozessor. Hier beherrschen zwei Systeme den Markt: Walzen- und Scheibencracker.
 
Die Hauptaufgabe der Körnerprozessoren besteht darin, die Körner mehrfach anzuschlagen und damit den Stärkezugang zu erleichtern. Laut Futtermittelberatung sollen als Resultat mindestens 95 Prozent der Körner aufgebrochen und 70 Prozent kleiner als 1/3 der ursprünglichen Korngröße sein. Spindeln sollten in acht oder mehr Teile aufgebrochen sein.

Walze vs. Scheibe

Jeder Hersteller (außer Fendt) hat mindestens einen Walzencracker im Angebot. Er ist günstig im Unterhalt und kann für Häcksellängen von 3 bis 26 mm gut verwendet werden. Wegen der begrenzten Oberfläche wird es bei längeren Häcksellängen schwierig. Walzencracker leiten das Erntegut zwischen den beiden angetriebenen Walzen durch und durch die Zähne bearbeiten es. Das Ergebnis wird vom Walzendurchmesser und der Zahnanzahl, der Drehzahldifferenz der beiden Walzen und dem Abstand der Walzen zueinander bestimmt. Wenn das Arbeitsergebnis nicht passt, sprich nicht alle Körner angeschlagen sind, sollte der Abstand der Walzen in kleinen Schritten verringert werden. Aber: Verringert man Abstand der Crackerwalzen um 1 mm, können Verbrauchsunterschiede von bis zu 0,07 l Diesel pro Tonne geernteter Frischmasse und  Durchsatzunterschiede von knapp 15 t/h entstehen. Das klingt wenig, aber rechnet man mit rund 300 t/h konstante Häckselleistung, sind das nach zehn Stunden Häckseln rund 210 l Diesel.
 
Scheibencracker bestehen aus mehreren ineinandergreifende Scheiben auf zwei Wellen, die im Abstand zueinander verstellt werden können. Der Millimeterwert gibt aber nur den Verstellweg an, und nicht den tatsächlichen Abstand zueinander. Scheibencracker haben bauartbedingt einen Vorteil: Durch das Ineinandergreifen der Scheiben erreichen sie im gleichen Bauraum bis zu 310 Prozent der Aufbereitungsfläche von Walzencrackern. Das sorgt für hohe Durchsätze. Doch Scheibencracker schaffen auch Flexibilität: Sie  können in einem großen Häcksellängenbereich eingesetzt werden. Auch hier muss man sich in kleinen Schritten von oben an die perfekte Einstellung herantasten: Wegen der viel größeren Aufbereitungsfläche reagiert der Scheibencracker sensibler auf Spaltveränderungen. ksch
 
Alle Vor- und Nachteile von Walzen- und Scheibencrackern, sowie Infos zum Thema Shredlage lesen Sie in der traction-Ausgabe November/Dezember 2015.
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