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traction-Tests

Die Rückkehr des Hubraums

Externer Autor
am
05.11.2015

Mit der Baureihe 1000 Vario setzt Fendt einen neuen Meilenstein: das Niedrigdrehzahlkonzept mit einem 12,4-l-MAN-Motor. Wir durften uns beim Grubbern ein genaues Bild des Antriebs verschaffen und erfahren, was sich in 15 Jahren Vario-Getriebe technisch getan hat.

Mit der Baureihe 1000 Vario setzt Fendt einen neuen Meilenstein: das Niedrigdrehzahlkonzept mit einem 12,4-l-MAN-Motor. Wir durften uns beim Grubbern ein genaues Bild des Antriebs verschaffen und erfahren, was sich in 15 Jahren Vario-Getriebe technisch getan hat.
Mit der Baureihe 1000 Vario beschreitet Fendt neue Wege. Die Marktoberdorfer schöpfen bei ihrem neuen Aushängeschild aus dem Vollen: Satte 12,4 l bringt der neue, tief im Chassis sitzende Sechszylinder von MAN mit. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass der kleinste 1000er, der 1038, mit 396 PS in der selben Liga spielt wie ein 939 Vario – der fast 5 l weniger Hubraum mitbringt!

Dass dieser Kontrast nicht einfach so funktioniert, ist vor allem angesichts der einzuhaltenden Abgasemissionen klar. Daher haben die Fendt-Ingenieure den Motor mit einem Niedrigdrehzahlkonzept versehen. Heißt: Obere Konstantleistungsdrehzahl 1.700 U/min, maximales Drehmoment bei 1.300 U/min, nahezu stabiles Drehmomentplateau von 1.500 bis runter auf 1.100 Touren. Im Klartext bedeutet dieses Konzept, dass der Motor effektiv ein schmales Drehzahlband von rund 600 U/min nutzt.

950 U/min bei 40 km/h

Genau deswegen kommen die 1000 Vario auch mit nur einem Turbolader aus, der aber natürlich eine variable Turbinengeometrie (VTG) besitzt. Die vier Modelle der Baureihe bringen es damit auf maximale Drehmomente von 1.900 bis 2.400 Nm und Konstantleistungen von 396 bis 517 PS. Überleistung oder Boost gibt es (auch bei Zapfwellenarbeiten) nicht, von 1.700 bis 1.500 U/min liefert der massive Sechszylinder jedoch eine konstante Leistung ab. Dabei läuft er laut Fendt immer im verbrauchsoptimalen Drehzahlbereich. Bei 60 km/h dreht der Motor nur
1.450 U/min, bei 50 km/h rund 1.200 U/min und bei 40 km/h sogar nur 950 Touren – das ist nur knapp über Standgas! Das alles ist ziemlich neu im Traktorenbau. Und insgesamt sollen mit dieser Konfiguration gut 10 Prozent Diesel eingespart werden.
 
Für die 1000 Vario hat Fendt ein neues Lüfterkonzept entwickelt, das sich CAS (Concentric Air System) nennt. Es besteht aus einem in einer Metallhutze gelagerten Alu-Lüfterrad (hydrostatisch unabhängig angetrieben), das dank Weitwinkelansaugung viel Luftmasse aufnehmen kann. Diese wird aber durch einen extrem kleinen Ringspalt von nur 1 bis 2 mm und die im oberen Bereich untergebrachte Hutze stark komprimiert zu den Kühlern gefördert. Das Lüfterrad ist etwas nach oben schräg gestellt, um saubere und kühle Luft außerhalb des Einzugsbereichs der Vorderräder anzusaugen. Fendt gibt mit alldem eine Wirkungsgradverbesserung von 25 bis 70 Prozent an, je nach Betriebspunkt. mu
 
Den vollständigen Testbericht zum 1000 Vario von Fendt, inklusive eines Vergleichs mit einem 926 Vario der zweiten Generation, lesen Sie in der traction-Ausgabe November/Dezember 2015.
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