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traction-Tests

Russlands Europadrescher

Externer Autor
am
02.09.2015

Mit dem brandneuen RSM 161 hat Rostselmash erstmals einen Mähdrescher speziell für europäische Ansprüche entwickelt. Was der Sechsschüttler zu bieten hat, konnten wir bei im Süden Russlands herausfinden.

Mit dem in vier Jahren Entwicklungszeit entworfenen Sechsschüttler zielen die Russen klar auf den mittel- und westeuropäischen Markt ab. Vor allem in Deutschland konnte der Hersteller in dieser Leistungsklasse bislang nichts bieten, denn der Acros ließ sich absolut nicht unter 3,50 m Transportbreite bringen. 2015 wurde zunächst eine Nullserie von
25 Maschinen zu Test- und Vorführzwecken vornehmlich auf russische Äcker geschickt. 2016 dann sollen weitere rund 75 RSM 161 – erstmals auch in Europa – ausgeliefert werden.
 
Für den RSM 161 stehen drei Schneidwerksbreiten zur Verfügung: 6, 7 und 9 m. Bei den Vorsätzen handelt es sich um leicht überarbeitete Power Stream-Schneidwerke mit Messerbalken und Messerantrieb von Schumacher. Der hydraulische Haspelantrieb rechtsseitig ragt nun nicht mehr so weit heraus und steckt zudem unter einer praktischeren und optisch schöneren Abdeckung. Einen Multikuppler gibt es serienmäßig, und für den Rapsdrusch sind eine Tischverlängerung und Rapsmesser lieferbar. Bei unserem kurzen Praxistest lag das Schneidwerk die ersten Meter noch relativ unruhig. Hier wurde laut Hersteller bereits nachgebessert. Zudem würden wir uns modernere „europäische“ Halmteiler wünschen. Die gebogenen Rundprofile könnten bei Lagergetreide an die Grenzen kommen.

Durchsatz: 31,5 t/h

Der RSM 161 ist der erste Rostselmash-Mähdrescher mit einem 3-Trommel-Dreschwerk.  Dieses besteht aus einer Dreschtrommel mit üppigen 800 mm Durchmesser und zehn Schlagleisten, einer Wendetrommel mit
320 mm Durchmesser und einem Rotationsabscheider mit 750 mm Durchmesser. Eine Besonderheit ist die zweifache Verstellung der zwei Hauptkörbe. Denn der Korb-abstand lässt sich jeweils vorn und hinten separat verstellen – und zwar elektrohydraulisch von der Kabine aus. Für die Abscheidung sind sechs Schüttler  mit fünf Fallstufen zuständig, die auf 6,1 Quadratmeter Abscheidefläche kommen.
 
Bei unserem kurzen Testeinsatz fuhren wir in einem 70 dt/ha-Weizenbestand (16 Prozent Kornfeuchte) mit 9,0 m breitem Vorsatz zwischen 4,0 und 6,0 km/h bei unter einem Prozent Verlusten, was einen theoretischen Durchsatz von rund 31,5 t/h ergibt. Das passt in die Leistungsklasse. Die Ähren wurden sauber ausgedroschen und es war kaum Bruchkorn und nur wenig Besatz zu finden. Die Abtankgeschwindigkeit gibt der Hersteller mit 120 l/s an. mu
 
Den vollständigen Testbericht zum RSM 161 lesen Sie in traction-Ausgabe September/Oktober 2015.
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