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Gebraucht

Saatengrüne Büffel

Xerion 3300 und 3800
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Matthias Mumme, traction
am
01.03.2017

Im Gebrauchtmarkt stellen die Claas Xerion 3300 und 3800 einen Sonderfall dar – schließlich sind sie sowohl Großtraktor als auch Systemfahrzeug. Beim Kauf gilt es einige Dinge hinsichtlich Technik und Einsatzhistorie zu beachten.

Lange Entwicklungszeit

Xerion 3300 Hawe

Mehrere Jahrzehnte benötigte Claas, um den Xerion marktreif zu entwickeln. Nach Prototypenerprobungen in den 1970er- und 1980er-Jahren und einer kurzen Bauphase der Typen Xerion 2500 und Xerion 3000 mit eigenem Stufenlosgetriebe HM8 gelang im Jahr 2004 der Durchbruch. Die neuen Modelle, der Xerion 300 und der etwas später nachgeschobene Xerion 3800, setzten dabei auf Getriebetechnologie von ZF, nämlich das leistungsverzweigte Eccom 3.5. Dieses erwies sich als sehr standfest, Schäden oder Probleme waren hier selten zu beklagen.

Beim Motor vertraute man auf einen 8,8 l großen Sechszylinder von Caterpillar, der nicht nur durch sein Maximaldrehmoment von 1.500 bzw. 1.620 Nm begeisterte, sondern auch durch seinen brachialen, röhrenden Klang. Die Maximalleistungen betrugen jeweils 335 und 379 PS. Der Xerion 3300 gilt als eher untermotorisiert und träge, beim 3800er tut sich der US-amerikanische Sechsender spürbar leichter als beim kleineren Modell. Sparsam ist das Aggregat dabei jedoch nicht wirklich.

Während der Bauphase von 2004 bzw. 2007 bis 2013 waren neben der Trac-Version auch die Variante Trac VC mit drehbarer Kabine und Saddle Trac mit Kabine über der Motorhaube erhältlich. 2006 wurde von der älteren Vista-Cab mit Hecktür auf eine neu entwickelte Kabine mit etwas mehr Platz und vor allem Beinfreiheit umgestellt. Dennoch blieb die Kabine kurz, sodass es nach wie vor keinen drehbaren Fahrersitz gab. Ergonomie und Instrumentenanordnung orientierten sich eher an selbstfahrenden Erntemaschinen, als an anderen Großtraktoren. Der Fahrkomfort ist aufgrund fehlender Achsfederung und hoher Sitzposition nicht besonders.

Auf Historie achten

Xerion 3800 Trac VC

Gebraucht werden die Xerion 3300/3800 heute vor allem als schwere Walzfahrzeuge für Gras- und Maissilos gesucht, aber hier und da auch als Gülle-Selbstfahrer oder schwerer Zugtraktor für den Acker. Wer sich auf die Suche nach einem gebrauchten begibt, sollte sich zunächst die Historie genau ansehen. Vor allem bei Trac VC-Varianten sollte die Achsen genau begutachtet werden, da sie der größte Schwachpunkt waren. Aufgrund schwerer Gülleaufbauten in Kombination mit schweren dreipunktangebauten Ausbringgeräten wurden diese massiv belastet, zumal häufig im boden-, aber nicht achsschonenden Hundegang gearbeitet wurde. Weniger Probleme gab es beim Saddle Trac und beim Trac. Zum Generationswechsel Ende 2013 wurden den Xerion 4000, 4500 und 5000 robustere Rába-Achsen spendiert. Auch die Kraftheber sind beim  Trac VC (wo der Frontkraftheber durch die Rückwärtsfahrt zum Heckkraftheber wurde) nicht selten überlastet worden und können daher übermäßigen Verschleiß aufweisen.

Grundsätzlich findet man heute relativ viele Xerion 3300 und 3800 mit wenigen Betriebsstunden auf der Uhr, was auf zahlreiche Mietrückläufer schließen lässt. Bei fahrzeugen die vor schweren Hackern oder Forstmulchern gearbeitet haben, sollte Antriebsstrang, Kühlung und Abgasanlage auf Vibrationsschäden hin untersucht werden.

Den ausführlichen 8-seitigen Bericht mit allen Schwachpunkten und Empfehlungen lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2017.

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