Login
traction-Tests

Saatengrüne Challenge: Claas Axion 870 vs. Axion 920

Axion 870 vs. Axion 920 breit
Matthias Mumme, traction
am
04.01.2017

Zwei Claas-Traktoren mit annähernd gleicher Leistung, aber deutlichen Unterschieden bei Gewicht und Motorisierung: Wo schlägt sich in der Praxis der Axion 870 und wo der Axion 920 besser? Wir haben es überprüft!

Theorie-Abgleich

Axion 870 vs. Axion 920 Totale

Schon auf dem Papier lassen sich Unterschiede zwischen den beiden Testkandidaten ausmachen – wie sich diese jedoch tatsächlich bei der praktischen Arbeit auswirken, wird nicht immer sofort deutlich. Denn oft ist das kleinste Modell einer Baureihe eher unbeliebt – da es als träge gilt – und eher der größte Bautyp einer Baureihe der Favorit bei potenziellen Käufern. Dass die Entscheidung nicht immer so einfach ist und die blanken technischen Daten auch einen falschen Eindruck erwecken können, zeigt unser umfassender Praxisvergleich.

In Sachen Motorisierung setzen beide Schlepper auf Sechszylinder von FPT. Aber: Der Axion 920 hat mit 8,7 l Hubraum satte 2 l mehr zur Verfügung, als der Axion 870. Das hat, je nach ausgeführter Arbeit, Vor- und Nachteile. Dazu bietet der Axion 870 ein Leistungsmanagement mit Überleistung und Boost, und kommt dadurch von 195 kW/265 PS bei bestimmten Arbeiten und aktivem Vistronic-Lüfter auf bis zu 217 kW/295 PS. Der Axion 920 hingegen legt nur bei Drehzahlabfall etwas Mehrleistung, genau genommen 5 PS, auf seine 232 kW/315 PS Nennleistung drauf. Minimal liegen also 20 PS, maximal 50 PS zwischen den zwei Testkandidaten. Und je nachdem ob im Teil- oder Volllastbereich gearbeitet wird, kann folglich ein identischer spezifischer Verbrauch dennoch deutliche Unterschiede beim absoluten Verbrauch bedingen. Das hat sich auch bei den unterschiedlichen Arbeiten in unserem Praxisvergleich gezeigt.

Weitere Unterschiede haben beide Kandidaten bei Gewicht, Bereifung und Radstand. Gute 2 t liegen zwischen dem Axion 870 und dem Axion 920, wobei aufgrund der Leistungsdifferenz das Leistungsgewicht nahezu identisch ist – kalkuliert man es auf Basis der Nennleistung. Dennoch bringt der Axion 920 einen höheren Kontaktflächendruck, obwohl er auf größeren Pneus daherkommt. Das wirkt sich positiv auf die Traktion bei schweren Zugarbeiten aus. Dazu kommt der längere Radstand des Axion 920, der bei nahezu gleicher Gewichtsverteilung wie der Axion 870 zu einer geringeren dynamischen Achslastverlagerung führt. Dabei bleibt der Axion 920 mit der optionalen Spurverbreiterung dennoch wendig – und liegt hier auf dem gleichen Niveau wie der Axion 870.

Eine kleine Nasenlänge vorn hat der Axion 920 auch bei der Hydraulikleistung und den Hubkräften, wobei auch der Axion 870 für seine Klasse sehr gut ausgerüstet ist.

Sieben Disziplinen

Axion 870 vs. Axion 920 Collage

Nach der theoretischen Betrachtung und dem vermessen der Wenderadien sowie dem Auswiegen der Einsatzgewichte und der Achslasten schickten wir beide Testkandidaten in einen umfassenden Praxisvergleich. Dabei mussten sieben Disziplinen unterschiedlichster Art ausgeführt werden, wobei sowohl Teil- als auch Volllastarbeiten zu verrichten waren:

  • Transport mit Annaburger-Tridem-Abschiegewagen (50 Kubik)
  • Mulchen mit 6,0 m Sichelmulcher von Bednar
  • Tiefenlockern mit 3 m breitem und 4 t schwerem Ripper von Bednar, 55 cm Arbeitstiefe
  • Scheiben mit 8 m breiten Väderstad Carrier Cross Cutter, 8 cm Arbeitstiefe
  • Pflügen mit 7-Schar Lemken Vari-Diamant, 30 cm Arbeitstiefe
  • Grubbern nach Pflug mit 8 m breitem Köckerling Vector, 10 cm Arbeitstiefe
  • Düngerstreuen mit Rauch Axent-Anhängestreuer

Während der Axion 870 beim Transport, beim Mulchen und beim Düngerstreuen die Nase beim Kraftstoffverbrauch vorn hatte, konnte ihn der Axion 920 bei allen Bodenbearbeitungs-Disziplinen schlagen – sowohl was die Schlagkraft anbelangt, als auch den Verbrauch. Dabei zeigte sich, dass der 920er trotz seiner 2 t mehr Gewicht kein bisschen träge ist. Denn der 8,7 l große Sechsender von FPT verfügt über massig Reserven, um den Schlepper im Feld wie auch auf der Straße ausreichend Temperament und Dynamik zu verpassen.

Den umfassenden 10-seitigen Bericht mit allen detaillierten Angaben und Daten lesen Sie in traction Ausgabe Januar/Februar 2017.

Auch interessant