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Gebraucht

Mit schmaler Taille

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Meyer, Tobias
am
04.05.2018

Mit der Baureihe 8000 revolutionierte John Deere vor rund 25 Jahren den Großtraktorenbau. Die Schlepper gelten als extrem robust, sind aber nicht perfekt.

Motor über der Vorderachse

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Anfang der 1990er-Jahre verlor John Deere mit der Großtraktoren-Serie 55 zunehmend Land gegen die Magnum-Baureihe von Case International. Nachdem 1992 aber bereits die Serie 7000 für Furore sorgte, war klar, dass auch die Nachfolger der legendären 55er nicht mehr lange auf sich warten lassen würden. Was John Deere dann der Fachwelt präsentierte, war zweifelsohne ein großer, wenn auch nicht perfekter Wurf. Der Motor arbeitete nun über der Vorderachse, das Getriebe befand sich zwischen Motor und Kabine. So ergab sich eine Gewichtsverteilung von statisch 44:56 Prozent (h:v), was dynamisch unter Zug im Feld zu einer Gewichtsverteilung von idealen 60:40 (h:v) führen sollte. Zudem wurde die Vorderachse durch schwere Anbaugeräte weniger stark entlastet. Und: Durch die neue Motorposition konnte eine Wespentaille realisiert werden, durch welche die Vorderräder zugunsten der Wendigkeit weiter einlenken konnten. Zudem bot sich vorne mehr Platz für einen großen Kühler, allerdings stieg dadurch der Aufwand zur Montage von Frontkraftheber und Frontzapfwelle.

Neu war auch das elektronisch gesteuerte Powershift-Getriebe, das nunmehr nur noch mit einem kleinen Stick bedient wurde. Wegweisend war zudem die neue, große Kabine mit rechts am Sitz angebrachter CommandArm-Bedienung inklusive Schaltwippen für die serienmäßig elektrohydraulisch angesteuerten Steuergeräte und und mit neuer, ergonomischer Seitenkonsole. Ein Lenkradinstrument gab es nicht mehr, dafür aber eine neue Panorama-Frontscheibe für eine (durch die schmale Motorhaube begünstigte) unerreichte Sicht nach vorn. Die Lautstärke in der Kabine war durch die große Frontscheibe aber vergleichsweise hoch.

Gebrauchte extrem rar

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Die 8000er wurden von der Praxis von Anfang an gut angenommen, auch wenn sie nicht perfekt waren. So erwies sich die Vorderachse anfangs zu schwach für die hohe Vorderachslast und die hohe zu übertragende Zugkraft. Zudem war die Motorhaube wie schon bei den 55ern nicht einteilig zu öffnen: Wer Reparaturen am Motor durchführen wollte, musste zeitaufwändig mit Werkzeug die Seitenteile und den Motorhaubendeckel entfernen.

Insgesamt erwiesen sich die 8000er genau wie ihre Nachfolger 8010 als zuverlässige Arbeitstiere, die Schlepper waren weltweit überaus beliebt. Gebrauchte sind daher heute schwer zu finden. Die meisten Exemplare gingen in den letzten Jahren in den Export nach Ost- und Südosteuropa, 8000/8010er die heute noch in Deutschland im Einsatz sind befinden sich meist in fester Hand. Wird doch einmal ein Gebrauchter angeboten, so steht dieser i.d.R. nicht lange auf dem Händlerhof rum – obwohl trotz oftmals 5-stelliger Zählerstände noch sehr stolze Preise abgerufen werden.

Mehr zu den technischen Details und worauf beim Kauf eines gebrauchten John Deere 8000/8010 zu achten ist erfahren Sie im 7-seitigen Bericht in traction Ausgabe Mai/Juni 2018.

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