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traction-Tests

Wer schneidet am besten ab?

Externer Autor
am
18.01.2016

Nie gab es mehr Auswahl an Schneidwerken für Mähdrescher als heute. Wir haben am Beispiel eines S685i-Rotormähdreschers in der Praxis verglichen, welcher Vorsatz am besten performt und am flexibelsten einsetzbar ist.

Eine Möglichkeit, die Mähdrescherperformance zu optimieren, ist die Wahl des Vorsatzes. In einem Praxiseinsatz in Weizen haben wir vier Schneidwerkstypen von John Deere  jeweils 10,7 m Arbeitsbreite miteinander verglichen:
  • 635R: ein Standardschneidwerk mit festem Tisch und Förderschnecke.
  • 635X: mit hydraulisch verstellbarem Schneidwerksboden mit großem Verstellbereich sowie einer Förderschnecke
  • 635 PF: Premium-Flow-Bandschneidwerk mit in Fahrtrichtung rotierenden Bändern und Förderschnecke
  • 635D: Draperschneidwerk mit zwei quer zur Fahrtrichtung rotierenden Bändern und einem mittigen Längsförderband mit Einzugstrommel, aber ohne Einzugsschnecke
Der Weizenschlag war insgesamt recht homogen, kam auf rund 10 t/ha Durchschnittsertrag und wies eine Kornfeuchte von 13 bis 14 Prozent auf. Ein beträchtlicher Teil des Versuchsschlags war durch Wind ins Lager gedrückt worden. Deshalb haben wir nur in eine Richtung gearbeitet.

Verbrauch und Durchsatz

Mit dem Standardschneidwerk erzielten wir den geringsten Durchsatz. Die mittlere Fahrgeschwindigkeit betrug lediglich 5,4 km/h, was einen theoretischen Durchsatz von 57 t/h ergibt. Schon bei 6,0 km/h zeigte der Drehzahlmesser nur noch 1.890 U/min an. Der Verbrauch während der Fahrten pendelte sich im Schnitt bei 97 l/h ein, was einen effektiven Verbrauch von 1,70 l/t ergibt.
 
Etwas besser fuhren wir mit dem 635X-Schneidwerk: durchschnittlich 5,8 km/h und 61 t/h bei 97 l/h beziehungsweise 1,59 l/t Dieselverbrauch. Auf einem ähnlichen Niveau bewegte sich das 645PF mit 5,9 km/h, 62 t/h und 97 l/h beziehungweise 1,56 l/t. Die aktive Gutförderung konnte vor allem bei wechselndem Bestand (stehende Halme und Lager) punkten.
 
Deutlich an die Spitze setzte sich das 635D mit 6,3 km/h, 66 t/h, 97 l/h und 1,47 l/t. Auffällig dabei war die bereits optisch sehr gute Gutübergabe an den Schrägförderer. Die Halme werden nach dem Schnitt direkt in Längsrichtung, mit der Ähre nach hinten zeigend, auf die Querbänder gelegt und so auch der Einzugstrommel und dem Rotor zugeführt. Die Mehrleistung war bereits subjektiv spürbar, da wir nicht nur deutlich schneller fahren konnten, sondern auch Lastspitzen durch ungleichmäßige Bestandsdichten kaum auftraten. mu
 
Die ganz anderen Ergebnisse im Raps und die technischen Details zu den Schneidwerken lesen Sie in der traction-Ausgabe Januar/Februar 2016.
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