Login
Trend

Schnell & präzise

traction Väderstad Tempo L
Thumbnail
Matthias Mumme, traction
am
02.05.2018

Immer mehr Hersteller nehmen High-Speed-Einzelkormnsämaschinen in ihr Produktsortiment auf. Bei der Vereinzelungs- und Ablagetechnik gibt es teils große Unterschiede.

Derzeit sieben Anbieter

traction Lemken Azurit 9

Konventionelle Einzelkornsämaschinen können je nach Vereinzelungsart maximal zwischen 6 und 12 km/h fahren. Mechanische Vereinzelungssysteme erlauben dabei tendenziell eher langsamere Fahrgeschwindigkeiten, pneumatische Systeme schnellere. Mit High-Speed-Einzelkornsämaschinen sind dagegen bis zu 15 km/h, im Optimalfall bei entsprechend vorbereitetem Saatbett auch 20 km/h und mehr möglich. Wichtig dafür ist jedoch ein hoher Schardruck, denn ohne eine vernünftige Saatkorneinbettung bringt die beste Längsverteilung nichts. Dafür verwenden die Hersteller überwiegend hydraulische oder pneumatische Schardruckregelungen, nur welten wir auf mechanische Vorspannung gesetzt.

Aktuell sind die folgenden Hersteller am Markt vertreten:

  • Amazone mit der EDX
  • Gaspardo mit dem Chrono-Aggregat
  • Horsch mit der Maestro-Serie mit drei Baureihen
  • John Deere mit der 1725NT ExactEmerge
  • Kverneland Accord mit dem SX-Aggregat
  • Lemken mit der Azurit 9
  • Väderstad mit sechs Tempo-Baureihen

Dabei unterscheiden sich die Hersteller bei der Vereinzelung und dem Saatguttransport. Während einige beispielsweise auf eine Vakuum-Vereinzelung setzen, verwenden andere Überdruck. Danach werden die Saatkörner bei den meisten Geräten mit Druckluft in die Saatrille geschossen, nur wenige lassen die Körner im Freien Fall in die Saatrille fallen und John Deere verwendet ein umlaufendes Bürstenband.  Amazone, Lemken und Horsch bei der Maestro SW besitzen ferner eine Seed-on-Demand-Dosierung mit zentralem Saatgutvorrat, der das Befüllen und die Restmengenentleerung vereinfacht.

Technische Unterschiede gibt es auch in anderen Bereichen. So verwendet Lemken als einziger Anbieter im High-Speed-Segment eine Doppelreihe (Delta Row), bei Väderstad kann die hydraulische Schardruckregelung auch entlastend arbeiten.

Immer mehr Möglichkeiten

traction High-Speed Rübensaat

High-Speed-Einzelkornsämaschinen sind wesentlich teurer als konventionelle Geräte. Die Preise reichen teils bis etwa 13.000 Euro pro Aggregat – entsprechend muss eine hohe Auslastung für den wirtschaftlichen Betrieb gewährleistet sein. Denn in Jahren mit sehr engen Aussaatfenstern können High-Speed-Einzelkornsämaschinen ihren Mehrpreis nur bei der Maisaussaat selten "hereinfahren". Daher sind einige Geräte in der Lage, neben Mais, Sonnenblumen und Soja auch Raps oder sogar Rüben zu legen. Die Reihenabstände müssen dafür entsprechend auf 37,5, 45 oder 50 cm eingestellt sein.

Durch den elektrischen Säherzantrieb sind die Maschinen überwiegend in der Lage, Einzelaggregate in Fahrgassen auszuschalten. Zudem ist neben der teilflächenspezifischen Aussaatstärkenregelung auch Section-Control Standard, im Überlappungen am Vorgewende und in Keilen zu vermeiden. Eine permanente Überwachung der Vereinzelungsgenauigkeit und der Aussaatstärke mit Sensoren ist ebenfalls Pflicht – die Anzeige erfolgt gut ablesbar in den ISOBUS-fähigen Terminals. Bei Ausstattung mit GPS ist zudem eine genaue Dokumentation der ausgesäten Fläche möglich.

Den vollständigen 10-seitigen Artikel lesen Sie in traction Ausgabe Mai/Juni 2018.

Auch interessant