Das ist ein Artikel vom Top-Thema:

Gebraucht: John Deere 7R

Schwer und schwierig

John Deere 7R auf einer Wiese
am Montag, 26.07.2021 - 07:00

Die 7R hatten keinen guten Start. John Deere besserte beim Getriebe nach. Ob das auch beim Wunschgebrauchten passiert ist?

Seit Anfang der 90er wurden die 7000er von John Deere im amerikanischen Waterloo gefertigt. Klassische Stahlkolosse, ausgelegt auf die Großflächen der USA. Dampf stand hier gefühlt immer weiter oben auf der Prioritätsliste als Wendigkeit. In Europa sah das etwas anders aus. Hier brauchte man kompaktere Geräte, wobei die Landwirte auch mit ein, zwei Pferden weniger auskamen. Das boten die 6000er aus Mannheim. 

Lohner wollten Leistung

Nach gut 15 Jahren hatten sich die Prioritäten aber verschoben. Denn auch hierzulande wuchs vor allem bei Lohnunternehmern der Leistungshunger. Wobei die Schläge und andere Gegebenheiten natürlich gleich blieben, was weiterhin Wendigkeit erforderte. 

Daher schob man 2007 die beiden Sondervarianten 74 und 7530 nach (traction-Gebrauchtbericht 4/2017): Zwei 7000er, konstruiert aus diversen Teilen des John-Deere-Regals, eigentlich eher mit den 6000ern verwandt und in Mannheim gebaut. 

Es zeichnete sich also ab, dass Deere irgendwann eine neue Palette braucht, um die Serien voneinander abzutrennen. Die Geburtsstunde der R-Serien hatte man bereits 2009 mit den 300+PS-Großschleppern 8R und der Um-die-100-PS-Serie 5R eingeläutet. 2011 trat die Serie 6R endgültig das Erbe der 6000er an. Die beiden nachgeschobenen Sondermodelle 74 und 7530 fanden ihre Nachfolger ebenfalls im 6R aus dem Mannheimer Werk. Im gleichen Jahr ging dann in Iowa auch die 7R-Serie an den Start, nun eindeutig als Großtraktor im Bereich 200-300 PS angesiedelt. Die erste Generation davon beleuchten wir hier näher.

Youngster mit reifen Teilen

John Deere 7R mit geöffneter Motorhaube

Beworben wurden die Schlepper als Neuentwicklung, was immer gut klingt. Natürlich steckt aber auch viel bewährte Technik in solchen Maschinen. So blieb etwa das bewährte Halbrahmenkonzept erhalten, wenn auch aus neuen Bauteilen hergestellt. 

Während Landwirte eher zum wendigeren 6R griffen, fand der 7R seine Kundschaft bei Großbetrieben und Lohnunternehmern, die schwere Bodenarbeiten zu erledigen hatten. Da konnte auch das stattliche Gewicht von weit über 10 t seine Vorteile ausspielen.

Für die Power gab es zwei Wahlmöglichkeiten: In den kleineren 7200 und 7215R steckt ein 6,8-Liter-Block, der die Überschneidung mit der Serie 6R kennzeichnet. Im 7R rotiert daran allerdings ein zweiter Turbo. 

Die größeren Geschwister bekamen den dicken 9-l-Motor aus der 8R-Serie. Praktiker merken an, dass die Motoren mit mehr Hubraum auch wesentlich durchzugsstärker seien.  Das ist nicht verwunderlich, denn sie haben auch real mehr Leistung. 

Was es zum Lüfter, zum Problemkind Getriebe und Co. noch zu wissen gibt erfahren Sie in traction Ausgabe Juli/August 2021.

Das traction Magazin Die digitale Ausgabe September/Oktober 2021
traction digital iphone traction digital macbook
cover_traction_1632234601.jpg