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traction-Tests

Unter Strom

Externer Autor
am
27.02.2014

Die Wegzapfwelle für große Anhänger war bislang kein Thema. Doch das könnte sich durch die Elektrifizierung der Landtechnik ändern. Wir sind die E-Triebachse von Fliegl „Probe gefahren“.

{BILD:602238:jpg} Durch Wegzapfwellen angesteuerte Triebachsen halfen vor Jahrzehnten vor allem hinterradgetriebenen Traktoren in „schlüpfrigen“ Situationen. Nachdem sich der Allradantrieb durchgesetzt hatte, verkamen solche Lösungen aber eher zu Exoten im Kleintraktorensegment. Fliegl hat diese Idee bereits 2011 aufgegriffen und in elektrifizierter Form in seine Abschiebewagen integriert. Mit gut 20.000 Euro Aufpreis ist die E-Triebachse in erster Linie für Lohnunternehmer interessant.
 
Nach ersten Untersuchungen des Fliegl-Entwicklerteams treten die Vorteile der Triebachse - Nutzung als Anfahrhilfe, mehr Seitenstabilität am Hang und reduzierter Zugkraftbedraf -  vor allem unter ungünstigen Bedingungen ein. Bei höheren Fahrgeschwindigkeiten ist die Traktion der Triebachse von untergeordneter Bedeutung. In internen Versuchen wurde die erforderliche Zugkraft bei unterschiedlichen Beladungszuständen von Anhängern mit und ohne Triebachse untersucht. Die Resultate: Mit eingeschalteter Triebachse konnten auf Asphalt 26 und auf Ackerboden rund 19 Prozent mehr Nutzlast mitgeführt werden, bis die gleiche Zugkraft erforderlich war wie ohne Triebachse. Positive Nebeneffekte wie mehr Fahrstabilität oder die schonendere Fahrweise auf Grünland lassen sich monetär nicht bewerten, müssen aber auch berücksichtigt werden.
 
Fazit: Die Fliegl E-Triebachse ist eine Möglichkeit zur Nutzung von elektrifizierten Traktoren. Die Technik ist heute allerdings noch sehr teuer – das geringe Zusatzgewicht hingegen sicher vernachlässigbar. Wirtschaftlich ist das Ganze nur, wenn für die erforderliche Zugkraft ein kleinerer Schlepper eingesetzt werden kann. Hier fehlt es derzeit aber noch an Auswahlmöglichkeiten am Markt. Wir würden uns daher auch wünschen, dass sich die E-Triebachse bald auch mit Anbau- bzw. Zapfwellengeneratoren betreiben lässt. Dazu müsste lediglich die derzeitig gemeinsame Schnittstelle Stromversorgung/Datenbus aufgetrennt werden. Weitere signifikante Vorteile können wir uns auf Grenzstandorten mit Steigungen vorstellen, an denen nicht die Motorleistung des Zugschleppers, sondern die Traktion der begrenzende Faktor ist. mu
 
Den vollständigen Bericht lesen Sie in traction Ausgabe März/April 2014.
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