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DTU T860

Thüringer Raupenkiller

Deutsche Traktorenunion T860
am Freitag, 12.03.2021 - 07:00

Zwillingsbereifung und Co. schonen den Boden – so die Theorie. Mit einem völlig neuen Konzept kam vor 15 Jahren der T860 zur Welt.

Als die Konstrukteure und Ingenieure der Deutschen Traktorenunion (DTU) 2005 an der Geburtsstunde des T860 arbeiteten, hofften sie, den Markt für Großtraktoren aufzumischen. Weil die Zugkraftübertragung der Radtraktoren an ihre Grenzen stieß, waren Raupentraktoren wieder in Mode gekommen. Die einzige Lösung bei Radtraktoren, die Kraft auf den Boden zu bekommen, war eine Zwillings- oder Breitbereifung.

Die Straßenverkehrsordnung schiebt Maschinen über 3 m Fahrzeugbreite aber bekanntlich ohne Sondergenehmigung einen Riegel vor. Deshalb setzte sich die Deutsche Traktorenunion zum Ziel, einen leistungsstarken, straßentauglichen Großtraktor mit hoher Zugkraftübertragung zu konstruieren, der den Boden nicht unnötig beansprucht und mehr als nur ein Zugtier ist. 

Neues Konzept mit acht Reifen

Knicklenkung DTU T860

Alexander Falk, Technischer Leiter der dTu, erklärt: „Ein weiterer Punkt war die Einsatzzeitverlängerung, damit die Landwirte die teuren Maschinen länger als nur von Juli bis November nutzen können.“ Mit diesem Hintergrund entwickelte das Unternehmen ein neues Fahrwerkskonzept - mit Potential.

Die berühmten acht Reifen des knickgelenkten Traktors übertragen große Kräfte bodenschonend und energiesparend. Durch die geringe Spurweite und den zusätzlichen Aufbauraum steht der Schlepper über die Saison hinaus auch für weitere Arbeiten zur Verfügung. 

Angetrieben von 600 Pferden

Unter der Haube des Fahrzeugs verbirgt sich ein V8-Dieselmotor mit Ladeluftkühlung von Deutz mit 600 PS und 16 l Hubraum. Angetrieben über ein Full-Powershiftgetriebe der Firma Funk mit 18/6-Gängen erreicht die Maschine eine Maximalgeschwindigkeit von 40 km/h vorwärts und bis zu 12,7 km/h rückwärts.

Straßentauglich

DTU T860 auf der Straße

Die Reifen der Maschine haben eine Breite von 600 bis 750 mm und zählen somit zu den Standardreifen. Der T860 verteilt seine 19,5 Tonnen und die Antriebskraft optimal auf die acht Reifen und darf im Vergleich zu Traktoren mit Zwillingsbereifung auch problemlos auf der Straße fahren. Mit einer Außenbreite von nur 2,85 m braucht die Maschine nämlich keine Sondergenehmigung. 

Anfangs förderte der Freistaat Thüringen den innovativen Traktor. Nachdem der erste Prototyp im Spätsommer 2006 vom Band lief, zeigten erste Tests vielversprechende Ergebnisse. Große landwirtschaftliche Betriebe oder Lohnunternehmen, auch über Landesgrenzen hinaus, sollten von dem beeindruckenden Schlepper profitieren. So der Plan. 

Wie die Geschichte des Knicklenkers weitergeht verraten wir Ihnen in der traction Ausgabe März/April 2021.

Das traction Magazin Die digitale Ausgabe März 2021
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