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Marktübersicht

Dem Unkraut an den Kragen

Marktübersicht mechanische Unkrautbekämpfung
Alexander Brockmann, traction
am
04.05.2018

Hacken & Striegel kennt man eigentlich vornehmlich aus dem Ökolandbau. Warum die mechanische Unkrautbekämpfung aber auch für den konventionellen Ackerbau interessant ist, haben wir zusammengefasst.

Treffler

Resistenzen gegen chemische Pflanzenschutz-Wirkstoffe sind seit Jahren ein wachsendes Problem bei Ungräsern und Unkräutern. Neu zugelassene Wirkstoffe gibt es kaum, viele altbewährte sind weggefallen und eine neue Gesetzeslage kam hinzu. Somit gilt es für Landwirte, andere Strategien zu finden, um dem Unkraut Herr zu werden. Da lohnt ein Blick zum Ökolandbau – mechanische Beikrautregulierung ist hier Standard.

Mittlerweile erfreuen sich Hacken und Striegel auch bei konventionellen Landwirten immer größerer Beliebtheit. Dieser Trend zeigte sich auch auf der Agritechnica im letzten Jahr. Um dem Aufschwung zur mechanischen Unkrautbekämpfung Sorge zu tragen, gibt es viele neue technische Entwicklungen. Einfache Maschinen wie Scharhacken gehören der Vergangenheit an; kameragesteuerte Hacktechnik hat den Markt aufgemischt.

Auf dem Markt konnten sich zwei Systeme etablieren, die mit zwei unterschiedlichen Techniken arbeiten: der Striegel und die (Reihen-) Hacke. Striegel speziell für die mechanische Unkrautbekämpfung können in nahezu allen Kulturen eingesetzt werden und sind daher sehr universell. Oft gliedert sich die Arbeitsbreite in Zinkenfelder, die sich dem Boden anpassen können. Der Strichabstand beträgt oft nur wenige Zentimeter. Die Aggressivität kann mechanisch über die Einstellung der Stützräder und über die Winkelveränderung der Zinken erfolgen.

Fingerhacke

Ähnlich wie Striegel bearbeiten sogenannte Rotor-, Roll- oder Sternhacken die gesamte Arbeitsbreite der jeweiligen Kultur. Durch die Drehbewegung werden Unkräuter aktiv aus dem Boden entwurzelt und verschüttet, bzw. bleiben auf der Bodenoberfläche liegen und können anschließend vertrocknen.

Hacken gehen aggressiv an das Unkraut ran und eignen sich vor allem bei Hackfrüchten oder Kulturen mit einem weiten Reihenabstand. Sie schneiden bzw. entwurzeln mit ihren Werkzeugen das Unkraut oder begraben dies. Dafür sind die Reihenhacken komplexer aufgebaut und individualisierbarer als die Striegelgeräte. Sie können entsprechend der Reihenweite und vor allem der Kultur angepasst werden. Kennzeichnend für die meisten Hacken ist ein Zinkenfeld. Möglich sind auch Kombinationen aus Zinken und Hacksternen. Hinter dem Zinkenfeld oder auch solo gibt es die Möglichkeit, feine Striegel zur Einebnung oder flach arbeitende Fingerräder einzusetzen. Bei intensiv arbeitenden Zinken können die jungen Pflanzen durch Zusatzbleche geschützt werden. Als weitere Option führen viele Hersteller Häufelschare für Dammkulturen.

Die ausführliche Marktübersicht mit den detaillierten Tabellen lesen Sie in traction Mai/Juni 2018.

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