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Fendt 1162 Vario MT

US-Raupe mit europäischem Herz

Fendt 1162 Vario MT und Challenger MT875E .
am Donnerstag, 14.01.2021 - 09:32

Auch die größte Raupenbaureihe von Fendt, die Serie 1100 MT, wird ab sofort zum Vario. Wie alle Fendt-Raupentraktoren stammt sie aus dem Challengerwerk in den USA und trägt viele seiner Gene. Doch bei ihrer Europäisierung gehen die Marktoberdorfer weiter denn je.

Arbeitsintensiv war dieser Test nicht. Fendts neue Serie 1100 Vario MT übernimmt das Fahren selbst und dreht am Vorgewende automatisch um. Während kalifornische Hightech-Startups noch am autonomen Agrarroboter feilen ist die selbstfahrende Fendtraupe bereits Realität. Auch wenn es schon aus Komfortgründen eigentlich keinen Grund gibt, ihre Fahrerkabine zu verlassen.

Man nehme einen Challenger und mache einen Fendt daraus – nicht immer war sofort ersichtlich, wie weit AGCO, Mutterkonzern der beiden Marken, dabei ging. 2017 hatte man die SmartRide-Federung und den Antriebsstrang VarioDrive erstmals in den Modellen der Serie 900 Vario MT (380 bis 431 PS Nennleistung) verbaut. Dafür reisen die fendttypischen Komponenten zum Einbau eigens ins Challengerwerk in Jackson im US-Bundesstaat Minnesota.

Bye bye Zwölfzylinder

Motor des Fendt 162 Vario MT

Die runderneuerte Reihe 1100 Vario MT reicht vom 1151 mit 511 PS Nenn- und Maximalleistung (376 kW) bis zum Spitzenmodell 1167 Vario MT mit 673 PS (495 kW). Als einziger der Reihe erhält der 1167 weitere 55 PS Extrapower für Nebenverbraucher.

Fendt geht bei den Anpassungen der Challengervorlage jedoch noch einen Schritt weiter als z.B. beim 900 Vario MT. Die Power stammt nicht aus einem AGCO-Power-Motor, wie es beim 900er oder auf dem direkten Geschwister des 1100ers, dem Challenger MT875E, der Fall ist. Im Challenger arbeitet ein Zwölfzylinderdiesel mit bis zu 440 kW (598 PS) und 16,8 l Hubraum. Die Marktoberdorfer verschiffen stattdessen einen 15,2 l-Sechszylinder von MAN nach Jackson. Beim Topmodell 1167 Vario MT kommt sogar ein 16,2-l-Sechszylinder, ebenfalls von MAN, zum Einsatz.
 

Wenige Touren, viel Power

Wie beim Radtraktor 1000 Vario setzen die Ingenieure auch hier auf das Niedrigdrehzahlkonzept Fendt iD. Maximal liefert der Motor am 1162 Vario MT ein Drehmoment von 2.900 Nm, dies in einem Konstantdrehmomentbereich von 1.100 bis 1.450 U/min. Der 1167 Vario MT schafft 3.100 Nm. 

Damit ist der 1100 Vario MT der stärkste Stufenlostraktor am Markt. Zielgruppe sind Großbetriebe mit knappem Zeitfenster für die Bodenbearbeitung in Nordamerika, Europa und Australien.

Vario MT vs. Challenger

Zwei Modelle nahmen wir in diesem Jahr genauer unter die Lupe: Das Spitzenmodell fuhren wir im Rahmen eines Pressecamps Probe. Anschließend ließen wir bei einem ausführlicheren Test den 1162 Vario MT gegen sein amerikanisches Geschwister, den Challenger MT875E antreten. Mit 440 kW Motorleistung ist dieser dem 1162 Vario MT mit seinen 455 kW am nächsten.

Optimale Voraussetzungen, um das „Fendt-Update“ für die US-Raupe zu bewerten – auch wenn der Challenger im Test nicht der jüngsten Generation angehörte. Der erste Unterschied zwischen der jüngsten Challengervariante und dem 1152 Vario MT zeigt sich dann bereits beim Blick unter die Haube. 

Den gesamten Testbericht der Maschine lesen Sie in der traction Ausgabe Januar/Februar 2021.
 

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