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Arbeitsprobe

Vieles verbessert

traction Rostselmash Torum 770 Breitbild
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Matthias Mumme, traction
am
06.11.2018

Auf der Agritechnica 2017 präsentierte Rostselmash seinen neuen Rotormähdrescher Torum 770. Gegenüber dem Vorgängermodell wurde vieles verbessert – einige Kritikpunkte verblieben jedoch.

Grundkonzept übernommen

traction Rostselmash Torum 770 Schmuckbild 1

Markant und derzeit einzigartig am europäischen Markt ist das Drusch- und Abscheidesystem mit Single-Rotor und aktiv gegenläufig drehendem Korb. Diese ähnelt einer Grundidee eines US-amerikanischen Tüftlers aus den 1990er-Jahren, das jedoch mit einem in gleicher Drehrichtung zum Rotor drehenden Korn arbeitete. Rotor und Korb des Torum 770 sind wie beim Vorgänger in verschiedene Zonen untergliedert, der Korbabstand wird manuell verstellt. Für die Umstellung auf verschiedene Druschfrüchte ist das zu verkraften, muss jedoch mal der Rotor freigeräumt werden so wird dafür viel Zeit benötigt. Gefüttert wird der Rotor nunmehr über einen Schrägförderer mit klassischem Innenleben – sprich Stabkettenelevatoren. Der Vorgänger Torum 760 setzte hier auf Trommeln, die jedoch als steinanfällig galten.

Die Reinigung und die Überkehr mit zwei Nachdreschern wurden vom Torum 760 übernommen. Die Sieböffnungen lassen sich elektrisch von der Kabine aus verstellen – gut. Der Korntank fasst mit 12.300 l etwas weniger als bei Rotormähdreschern des Wettbewerbs, dafür besitzt der Korntank eine Rüttelfunktion per Hydropulsatoren. Die Abtankrate von 120 l/sek geht in Ordnung, die Überladehöhe ist gut.

Langsame Raupen

traction Rostselmash Torum 770 Schmuckbild 2

Optional kann der Torum 770 von Rädern auf der Vorderachse auf Zuidberg-Raupenlaufwerke umgerüstet werden. Dadurch verbessert sich die Traktion, und der Bodendruck wird gemindert – zwar ist der Torum 770 vergleichsweise leicht, aber die Radgrößen sind vorn und hinten eher unter dem Standard dieser Klasse. Schlecht: Da die Übersetzung des Antriebs nicht angepasst wird, fährt der Torum 770 mit Raupen nur noch maximal 14,5 km/h schnell (mit Rädern max. 27 km/h). Das erschwert den Straßentransport, und im Feld muss der Drescher teils im 3. Gang bewegt werden – was aber nur in der Ebene funktioniert, und nicht hangaufwärts.

Weitere Kritikpunkte sind der zu tief angebrachte Strohhäcksler (der zudem nur 76 Messer auf vier Reihen verteilt besitzt und daher recht lang schneidet), und das Standard-Schneidwerk Power Stream mit 7,0 oder 9,0 m Schnittbreite. Es ist einerseits zu instabil verarbeitet, andererseits ist die Gutzufuhr an den Schrägförderer nicht optimal. Käufer sollten überlegen, das bei der Basismaschine gesparte Geld teils in einen hochwertigen Vorsatz zu investieren, mit dem man auch noch mehr Leistung aus dem Mähdrescher herausholen kann. Allerdings stemmt der Schrägförderer nur maximal 4.500 kg – hier sind bei schweren Bandschneidwerken in puncto Arbeitsbreite also Grenzen gesetzt.

Die ausführliche 8-seitige Arbeitsprobe mit allen Kritikpunkten, Daten, Preisen und Praktikermeinung lesen Sie in traction Ausgabe November/Dezember 2018.

Traction

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