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Trends & Wissen

Wasser nach Bedarf

Externer Autor
am
24.11.2015

Ohne Wasser keine Pflanzen! Aber wie viel von der begrenzten Ressource braucht die einzelne Pflanze? Mit modernen Sensoren können die Wassergaben von Beregnungsanlagen dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Wir erklären, wie das funktioniert.

Ohne Wasser keine Pflanzen! Aber wie viel von der begrenzten Ressource braucht die einzelne Pflanze? Mit modernen Sensoren können die Wassergaben von Beregnungsanlagen dem tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Wir erklären, wie das funktioniert.
Häufig bewässern Landwirte zu viel und zum falschen Zeitpunkt. Dabei kostet jeder geförderte Kubikmeter Wasser Geld, der Wasservorrat wird unnötig verringert und Nährstoffe werden mit dem ungenutzten Wasser aus dem Wurzelbereich gespült. Deshalb geht der Trend zur Beregnung mit Maschinen oder Großanlagen. Beregnungsmaschinen werden immer größer, wodurch längere und breitere Bewässerungsstreifen realisierbar sind. Die Tropfbewässerung gilt als effizientestes Verfahren, wurde bisher allerdings fast ausschließlich auf Sonderkulturen angewendet. Der Grund sind die höheren Kosten.
 
Doch auch Maschinen brauchen Daten, um die richtige Wassermenge und den richtigen Bewässerungszeitpunkt zu bestimmen. Um diese Daten zu bekommen, braucht man die klimatische Wasserbilanz, Sensoren zur Ermittlung der Bodenfeuchte sowie zur direkten Erfassung von
 Pflanzenparametern.

Um die Wasserbilanz zu berechnen, benötigt man die täglichen Verdunstungswerte, die täglichen Niederschläge und die Werte des Wasserverbrauchs der Kultur. Diese Werte bekommt man relativ leicht vom Wetterdienst, Kulturtabellen und eigenen Messungen.

Wasser aus der App

Komplexer wird das Thema bei Sensoren. Heute werden vor allem Sensoren eingesetzt, die ein kapazitives Messprinzip nutzen. Das heißt, die Funktion der Sensoren ist ähnlich eines Kondensators, dessen Kapazität vom zwischen den Platten befindlichen Stoff abhängig ist. Je nach Stoff ändert sich die Schwingfrequenz, die gemessen wird. Aus diesem Wert ermittelt der Sensor den aktuelle Wassergehalt in mm Wasser pro Bodenschicht. Der Wasserentzug durch die Pflanzen aus der Wurzelzone ergibt sich dann aus der Differenz von zwei Messungen. Kapazitive Sensoren sind seit einigen Jahren auch als Tri-Scan Sensoren verfügbar. Sie liefern zusätzlich Informationen zum Salzgehalt, die indirekt auf die Nährstoffversorgung der Pflanzen schließen lassen.
 
Hat man die Daten, muss die Bewässerung gesteuert werden. Relativ neu ist hier die Bewässerung zusätzlich über Smartphone oder Tablet. In Kombination mit den Bodenfeuchtesensoren oder den Wetterstationen, kann die Bewässerung über Apps gesteuert und so das Wasser effizienter genutzt werden.

Wie Sie Ihre Bewässerung am besten planen und welche Möglichkeiten der teilflächenspezifischen Bewässerung es gibt, lesen Sie in der traction-Ausgabe November/Dezember 2015.
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