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Gebraucht

Wendige Zugpferde

Externer Autor
am
02.09.2015

Traktoren der Serien 7020 und 7030 von John Deere sind heute gebraucht recht zahlreich zu finden. Sie gelten als robust und äußerst stark. Ein paar heikle Schwachpunkte gibt es jedoch.

2003 stellte John Deere die 7020er-Serie vor; 2007 ging daraus die 7030er-Serie hervor. Neue Kabine, neues Informationssystem, komfortablere Bedienung, mehr Hubkraft und Hydraulikleistung – kurzum: Sie waren gegenüber der Serie 7010 nahezu eine komplette Neuentwicklung.
 
Die 20er-Modelle waren in der Leistungsklasse von 170 bis 200 PS erhältlich. Der 7730 startete erst bei 185 PS und das Flaggschiff, der 7930, brachte es auf 
satte 215 PS. Durch die 4-Ventil-Technik und eine optimierte Motorkennlinie gibt er diese Leistung auch ab, obwohl der 6,8-l-Sechsender rund 1,3 l weniger Hubraum hat als sein Vorgänger. Die DLG ermittelte beim 7920 eine Leistung von 134,5 kW bei Nenndrehzahl von 2.100 U/min an der Zapfwelle und dabei einen spezifischen Kraftstoffverbrauch von 
255 g/kWh.
 
Beim Getriebe hat man die Qual der Wahl, denn Waterloo lieferte seine 7020er und 7030er in drei verschiedenen Getriebevariationen aus: PowrQuad Plus, AutoQuad Plus und AutoPowr. In den beiden kleineren Modellen der 20er-Baureihe wurden zum Serienstart ausschließlich die 20/20-Lastschaltgetriebe verbaut. Der 7920 sowie die 30er-Modelle waren dagegen in allen Getriebevariationen erhältlich.

Minuspunkte für Ölhaushalt und Vorderachse

Problematisch kann der gemeinsame
Ölhaushalt von Getriebe und Arbeitshydraulik vor allem beim AutoPowr sein. Hier sollte penibel auf saubere Anschlüsse geachtet werden. Auch Ölvermischungen beim Wechselbetrieb von Anhängern oder Geräten mit anderen Schleppern sehen die 7020er und 7030er nicht gern. Zudem bestraft das AutoPowr schnelle Ackerarbeiten über 14 bis 15 km/h mit einem spürbar höheren Verbrauch, weil dort zu
Beginn des zweiten Fahrbereichs und daher mit geringem Wirkungsgrad gearbeitet wird.
 
Ein großer Minuspunkt der 7020- und 7030-
Serien von John Deere ist die serienmäßig gefederte Vorderachse. Was hier in regelmäßigen Abständen passiert, ist aber keine Katastrophe und bricht niemandem
finanziell das Genick. Es ist nur ärgerlich und lästig: Dort, wo die Radantriebswellen aus dem Achsrohr austreten, kommt es häufig zu Ölleckagen. Auch wenn es keine riesigen Ölmengen sind, die austreten, sehen die lang gezogenen Öltränen auf den Felgen furchtbar aus. Schade ist auch, dass sich die Vorderachse weder verstellen noch ganz absenken lässt. Gerade vor einem großen Pflug wäre das wünschenswert. von Thomas Ludwig
 
Den vollständigen Gebraucht-Bericht mit allen Vor- und Nachteilen der Serien 7020 und 7030 von John Deere lesen Sie in traction-Ausgabe September/Oktober 2015.
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