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Gebraucht

Zugstarke Kanadier

traction Genesis breit
Meyer, Tobias
am
04.09.2017

Die Genesis-Baureihe von Fiat/Ford New Holland ist bekannt für ihre starken und sparsamen Motoren. Der Gebrauchtmarkt leert sich jedoch zunehmends.

Kind wechselvoller Zeiten

traction Genesis Schmuck 1-1

Die G-Baureihe wurde in Zeiten des Umbruchs geboren: Der Eiserne Vorhang war gefallen, was neue Absatzmärkte für US-amerikanische Landtechnik eröffnete. Dennoch hatten viele Landtechnikunternehmen immer noch mit den Auswirkungen der nordamerikanischen Farmkrisen zu kämpfen. In der Landtechniksparte bei Ford hatte man in den unteren PS-Klassen in neue Baureihen investiert, wurde jedoch mit der 30er-Serie von der Konkurrenz abgehängt. Der Befreiungsschlag sollte die Großtraktorenbaureihe G, auch "Genesis" genannt, werden. Noch vor Präsentation der neuen Großschlepper aus Winnipeg verkaufte Ford seine Landmaschinensparte an Fiat, was zur Entstehung des neuen Global Players New Holland führte.

Stark und wendig

traction Genesis Schmuck 1-2

Die G-Baureihen wurden sowohl in Fiat-Terrakotta als auch in Ford-Blau angeboten. Ab 2003 stand jedoch nur noch New Holland auf der Motorhaube, die Marken Ford und Fiatagri verschwanden.

Schon äußerlich war erkennbar, dass es sich bei den Genesis um eine völlig neu entwickelte Baureihe handelte. Das ungewohnte Design mit langem Radstand wurde zugunsten der optionalen SuperSteer-Vorderachse eingeführt, die bis zu 65 bzw. 70 Grad Radeinschlag ermöglichte. Auf der Straße waren die Traktoren jedoch unkomfortabel und neigten zum Springen. Die Kabine war eine komplette Neuentwicklung, und bot eine elektrisch verstellbare ergonomische Bedienarmlehne. Beim elektrohydraulischen Powershift-Getriebe baute man auf dem von Funk gebauten UltraCommand der Vorgängerserie 8030 auf – die Handhabung war schließlich auch Mitte der 1990er-Jahre noch zeitgemäß und modern.

Das Highlight der Schlepper waren jedoch die Motoren, die aus 7,5 l Hubraum bis zu 252 PS Maximalleistung und Drehmomentanstiege weit über 40 Prozent erbrachten. Dabei waren die aufgeladenen Sechsender durchweg sparsam. Mit diesen Argumenten schaffte es New Holland, zahlreiche Traktoren auf den LPG-Nachfolgebetrieben in den Neuen Bundesländern zu platzieren und Wettbewerber wie John Deere mit der Baureihe 8000 und Case IH mit den 7200er-Magnum und den Nachfolgern MX Magnum auszustechen.

Den ausführlichen Gebraucht-Check mit den wichtigsten Schachpunkten lesen Sie in traction September/Oktober 2017.

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