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Preisverleihung

CeresAward: Michael Kneißl ist Milchviehhalter des Jahres 2017

Michael Kneißl (30), Landwirt aus Rengersricht, ist Sieger in der Kategorie „Milchviehhalter“ des CeresAward 2017, des bedeutendsten Preises für Landwirte im gesamten deutschen Sprachraum.

von , am
23.10.2017

In diesem Video stellt sich Milchviehhalter Michael Kneißl mit seinem Betrieb vor.

Das sagt die CeresAward-Jury:

„Der Sieger ist Milchviehhalter aus Leidenschaft. Die Zusammenarbeit mit der Familie ist ihm wichtig. Statt mehr Menge, macht er mehr aus der Milch. Mit einer eigenen Marke bringt er seine Produkte an den Mann und die Frau. Für die Wünsche der Verbraucher hat er ein offenes Ohr und setzt sie schnell um“, urteilte die Fachjury des CeresAward über den Sieger in der Kategorie Milchviehhalter.

„Michael Kneißl hat den Weg der alternativen Milchvermarktung konsequent und erfolgreich umgesetzt.“ bringt es Markus Pahlke, Juror und Fachredakteur von agrarheute auf den Punkt.

Michael Kneißl aus Rengersricht hat sein Schicksal selbst in die Hand genommen. Eine eigene Molkerei „Das war schon immer meine Idee“, betont der 30-Jährige. So schaffte der gelernte Landwirt mit dem Sachkundelehrgang Milchverarbeitung und diversen Praktika in anderen Hofmolkereien die Voraussetzung dafür, Milch abfüllen und verkaufen zu dürfen.

Neuer Stall mit integrierter Molkerei

Als er 2013 einen Stall für 76 Kühe baute, wurden im ersten Stock die Molkereiräume mit Hygieneschleuse und Abtrenngang eingerichtet. Am 1. Juni 2015 legte die Molkerei los. Neben Voll- und entrahmter Milch sind auch Joghurt mit und ohne Geschmack im Programm. 1.000 Liter schafft die Anlage in der Stunde. Mit 250.000 Litern verarbeiteter Milch pro Jahr beginnt er, mittlerweile ist er bei 330.000 Litern. „Unser Ziel ist es, 500.000 Liter Milch im Jahr zu verarbeiten“, erläutert Kneißl. Das wäre fast die gesamte Milchmenge seiner Kühe und dennoch will Kneißl auch künftig noch Milch abliefern. Produktions- und Absatzschwankungen seien immer drin und die Milch wegschütten müssen, das will er nicht.

Keine Angst vor großen Tieren

Beim Vertrieb hat Kneißl keine Angst vor großen Tieren und ruft in den Zentralen der großen Einzelhandelsunternehmen Rewe, Edeka und Co. an. Rund 35 Supermärkte in der Umgebung verkaufen Milchprodukte made by „Hofmolkerei Kneißl“ bereits. Aus der Region – ohne Gentechnik. Aufwändig ist dabei die Bürokratie: Für jedes Produkt muss Kneißl einen Produktpass mit 100 Angaben ausfüllen. Sieben Produkte bedeuten also 700 Angaben. Und er benötigt Zertifikate: Von der EU, für das Siegel Qualität aus Bayern und vor allem das IFS-Globalfoods-Zertifikat, das ihm die Türen zu den Einzelhändlern öffnet.

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