Netzschau Pflanzenschutzspritzen: Zu Besuch bei John Deere

Im niederländischen Horst produziert John Deere selbstfahrende Pflanzenschutzspritzen. Eine Besuchergruppe blickte nun hinter die Kulissen.

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Einen Blick hinter die Kulissen der Horst Fabrik können youtube-User nun auf dem Kanal von John Deere Deutschland werfen. Dort werden selbstfahrende Feldspritzen hergestellt. Niederländische Besucher wurden mit der Kamera begleitet.

Innerhalb von nur neun Jahren hat man dort eine beachtliche Anzahl von Maschinen hergestellt. Die Fabrik von John Deere im niederländischen Horst produzierte erst im März die 1000. selbstfahrende Pflanzenschutzspritze und nur ein Jahr zuvor verließ die 10.000. gezogene Feldspritze das Werk. Insgesamt blickt die Fabrik auf eine lange Tradition im Pflanzenschutzbereich zurück. Sie wurde 1997 vom niederländischen Hersteller Douven übernommen und in den letzten Jahren ständig weiter ausgebaut. Neu ist auch das Besucherzentrum, das 2016 in Betrieb ging.


Mit Material von John Deere Deutschland, youtube.com

John Deere ExactEmerge: So funktioniert die Vereinzelung
  • Die John Deere 1725 NT ExactEmerge setzt in der Tat neue Maßstäbe in Sachen Präzision bei hohen Fahrgeschwindigkeiten, wie die traction in Ausgabe Januar/Februar 2017 berichtet. 20 km/h sind technisch kein Problem.

     

    © Matthias Mumme
  • Das Highlight des ExactEmerge-Aggregats ist der aktive Saatkorntransport zum Abgabepunkt. Vereinzelt wird zunächst in einer per Elektromotor angetriebenen Schale mit 32 Lochungen, die außen mit Unterdruck beaufschlagt und ungewohnterweise schräg zur Fahrtrichtung montiert ist.

    © Matthias Mumme
  • Ein kleiner Sternauswerfer drückt die Saatkörner aus der Scheibe in ein 16 mm breites Büstenband, das so genannte BrushBelt.

    © Matthias Mumme
  • Dieses wird von einem eigenen Elektromotor angetrieben, und fördert die Saatkörner aktiv über eine Distanz von rund 70 cm bis zum Abgabepunkt, der etwa 4 cm über dem Furchengrund liegt.

    © Matthias Mumme
  • Die Bandgeschwindigkeit ist so abgestimmt, dass die Saatkörner mittels aktiver Beschleunigung nach hinten keine Relativgeschwindigkeit mehr zur Bodenoberfläche besitzen – es handelt sich also um eine Nullablage, bei der es nicht zum Verrollen der Körner kommt. Die Bandgeschwindigkeit passt sich automatisch der Fahrgeschwindigkeit des Gespanns an.

    © Matthias Mumme
  • Zum Reinigen lassen sich die Bänder einfach entnehmen, und die Saatgutbehälter können zur Restmengenentleerung
    abgenommen werden.

    © Matthias Mumme
  • Der Druck der V-Andruckrollen wird mit einem Hebel verstellt, die Winkelverstellung mit Werkzeug. Die Tiefenführungsrollen lassen sich in 17 Schritten à 6 mm verstellen.

    © Matthias Mumme
  • Allein die Säschiene im Heck samt Düngerverteiler kommt ohne Saatgut auf 3.800 kg. Ihren Beitrag dazu leisten die massiven Spuranreißer und der parallel in Transportstellung klappende Rahmen, die zwei Elektromotoren pro Aggregat, ein Zapfwellengenerator sowie ein eigener Druckluftkompressor.

     

    © Matthias Mumme
  • Mit der dreiteiligen Parallelogrammklappung kommt die 1725 NT auf 3,0 m Transportbreite.

    © Matthias Mumme