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Grünlandsaison

Wildrettung: Wie Sie Rehkitze schützen

Traktor mit Mähwerk auf einer Wiese beim Mähen von Gras.
am Freitag, 20.03.2020 - 07:53 (Jetzt kommentieren)

Das Mähen gut vorzubereiten, hilft Rehkitze zu schützen. Was Sie beachten müssen, wie Sie sich rechtlich absichern und wie Sie die Freude am Mähen nicht verlieren – Unsere Tipps.

Bevor der erste Schnitt ansteht, muss man das Mähwerke aus der hintersten Ecke der Maschinenhalle hervorkramen, die Klingen tauschen und Riemen spannen. Damit nicht nur die Technik, sondern auch der erste Mähtermin ohne Unterbrechung läuft, ist es jetzt Zeit, Maßnahmen für den Schutz der Rehkitze und Wildtiere auf den Wiesen zu planen und zu besprechen.

1. Mit dem Jäger abstimmen.

Der Jäger des Reviers hat wichtige Informationen, er weiß, wo die Kitze in der Vergangenheit zur Welt kamen. Und er ist Partner, wenn es darum geht, Unfälle mit dem Rehnachwuchs zu vermeiden. Welche Maßnahmen sollen Rehkitze von der Fläche bringen? In welchem Umfang möchte und kann der Jäger unterstützen? Welchen Vorlauf braucht er und wie läuft die Informationskette am Tag der Mähaktion?

2. Flächen im Blick halten

Tage vor dem Mähtermin hilft es, ab und zu auf den Flächen vorbeizuschauen, ob Geißen zu sehen sind. Dabei ist wieder der Revierinhaber eine gute Quelle und auch Anwohner helfen gerne. Sie halten die Augen offen und – angenehmer Nebeneffekt – fühlen sich eingebunden. Erfolgreich Wildtiere vor dem Mähwerk zu retten, gelingt nur mit guter Kommunikation unter den Beteiligten.

3. Wenn es losgeht - Das ist zu tun

Die Zeit für Rascheltüten, Sirenen und blinkende Krachmacher beginnt 12 bis 24 Stunden vor dem Mähbeginn. Dann müssen die Vergrämer auf den Flächen stehen. „An stark befahrenen Straßen, Fahrradwegen oder in Gebieten mit Lärmquellen nimmt die Wirksamkeit von Scheuchen, die mit Licht oder Tönen arbeiten, deutlich ab. Dann muss ich mit anderen Reizen vergrämen“, sagt Stefan Thurner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL). In diesen Fällen empfiehlt Thurner, auf den Flächen das Vorgewende anzumähen und die Muttertiere dadurch zu verunsichern oder mit einem Hund durchzugehen und die Rehmütter durch dessen Geruch, der durch verlorene Fellhaare in der Wiese bleibt, in Alarmbereitschaft zu versetzen. Im besten Fall führen die Geißen ihren Nachwuchs vor dem Mähen von der Fläche.

4. Richtig mähen rettet

Wie man beim Anmähen von unterschiedlichen Schlagformen vorgeht, zeigen die Grafiken „Unterschiedliche Flächen richtig mähen“. Was viele noch nicht wissen: Wer von außen nach innen mäht, handelt in einigen Bundesländern rechtswidrig. Beispielsweise ist in Nordrhein-Westfalen und Bayern diese Mähstrategie für alle Grünlandschnitte im Jahr mittlerweile gesetzlich verboten.

Wildtierrettung: So mäht man richtig

5. Drohnen und Wärmebildkameras - aber richtig

Drohne um Rehkitze aus der Luft zu entdecken.

Neben Scheuchen und der richtigen Mähstrategie kann man sich auch moderner Technik bedienen. „Kommt eine Drohne mit Wärmebildkamera zum Einsatz, ist es wichtig, dass direkt nach dem Abfliegen gemäht wird. Wir erzielen die besten Ergebnisse, indem wir gesichtete Kitze mit einem Wäschekorb abdecken, für Schatten sorgen und erst kurz vor dem Mähbeginn die Tiere in Sicherheit bringen. Das verhindert, dass die Kitze wieder ins Gras flüchten oder die Ricken verzweifelt auf der Wiese nach ihrem Nachwuchs suchen,“ sagt Thurner.

Mäh-Knigge kostenlos herunterladen

Stefan Thurner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) hat untersucht, wie Wildtiere vor dem Mähwerk geschützt werden können. Aus den Ergebnissen entstand der Mäh-Knigge – eine kostenlose Handlungsempfehlung für Landwirte zum Download der Arbeitsgemeinschaft Landtechnik und Landwirtschaftliches Bauwesen in Bayern e.V..

Diese Geräte schützen Wildtiere vor dem Mähwerk

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