Lebensmittelverschwendung 50 Prozent der Kartoffel-Ernte landet in der Tonne

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Auf dem Weg vom Acker bis zum Teller geht über die Hälfte der geernteten Kartoffeln verloren. Bereits beim Landwirt bleibt zirka ein Viertel auf der Strecke. Wo und wie der Rest verloren geht, lesen Sie hier.

Die Hälfte der Kartoffelernte geht auf dem Weg vom Feld zum Verbraucher verloren. Das fanden die Schweizer Wissenschaftler von Agroscope und der technisch-naturwissenschaftlichen Hochschule (ETH) in einer Studie heraus. Dabei untersuchten sie die gesamte Kartoffel-Wertschöpfungskette (Erzeuger, Einzel- und Großhandel sowie Verbraucher) in der Schweiz. Sie stellten fest, wieviel Kartoffel verloren gehen und wo in der Kette genau. Hier finden Sie die Ergebnisse der Studie im Überblick.

Hier gehen die Kartoffel verloren

  • Zirka ein Viertel der Ernte von Speisekartoffeln bleibt bereits beim Landwirt auf der Strecke
  • Zwölf bis 24 Prozent werden bei den Großhändlern aussortiert
  • ein bis drei Prozent sind Verluste beim Einzelhandel
  • weitere 15 Prozent  gehen in den Haushalten verloren

Der Anteil, der im Haushalt des Verbrauchers verloren geht, beträgt 15 Prozent. Damit ist der Verlust im Vergleich zu der Menge bei den Großhändlern (24 Prozent) gering. Jedoch kann der Großhandel die Restmengen noch veräußern und so können die aussortierten Kartoffeln noch in der Tierfütterung oder als Substrat für Biogasanlagen verwertet werden.

Konventionell vs. biologisch: So hoch sind die Verluste

Die Forscher erfassten die Verluste in der Studie getrennt nach biologisch und konventionell erzeugten Kartoffeln:

  • Speisekartoffeln konventionell: 53 Prozent der konventionell erzeugten Speisekartoffeln landen nicht auf dem Teller.
  • Speisekartoffeln  biologisch: Bei biologisch produzierten Kartoffeln sind es 55 Prozent Verlust.
  • Verarbeitungskartoffeln:  Laut Forscher sind 41 Prozent der Bio-Kartoffel Ausschuss,
  • Bei den konventionellen sind es 46 Prozent.

Fazit: Landwirte sollen Anbaumethoden verbessern

  • Um die Verluste zu verringern, müssten auf Erzeugerseite Anbaumethoden verbessert oder auch robustere Sorten gezüchtet werden, empfehlen die Schweizer Wissenschaftler.  
  • Auf Verbraucherseite appellieren die Schweizer Wissenschaftler an eine Änderung des Verhaltens, um auch unförmigen oder schorfigen Kartoffeln eine Chance im Verkaufsregal zu geben.
  • Und auch das Wissen um die Lagerung von Kartoffeln müsse verbessert werden: Die Studie hat auch ergeben, dass ältere Menschen weniger wegwerfen als jüngere, da sie offenbar eher wissen, wie sie mit Kartoffeln umgehen müssen.

 

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